Süßwarenmesse 2016 in Köln
Lust auf Süßes ungebrochen

Der Klassiker: Milchschokolade ist weiter die Lieblings-Sünde der Deutschen unter all den Süßwaren und Knabbereien. Bilder: dpa
 
Leckereien aus Frankreich, dem Partnerland der Süßwarenmesse, laden zum Naschen ein. Die Branche boomt, der Konsum nimmt weiter zu.

Erdnüsse mit einem essbaren Überzug aus Gold, Lakritz mit Rhabarber - die Süßwarenindustrie versucht, Verbraucher mit immer neuen Kreationen zu locken. Doch ganz oben in der Gunst stehen die Klassiker.

Köln. Milchschokolade ist der absolute Favorit der Bundesbürger: Sie steht ganz oben auf den Einkaufslisten, wenn es um Süßwaren und Knabberartikel geht. Zunehmend gefragt sind allerdings auch Fruchtgummi und salzige Snacks.

Leute geben mehr aus


Mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von 32,48 Kilogramm nahm der Verzehr an Knabberartikeln und Süßwaren im vergangenen Jahr weiter zu, wie der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) im Vorfeld der Internationalen Süßwarenmesse ISM in Köln berichtete. Dafür griffen die Verbraucher auch tiefer in die Tasche. Die jährlichen Pro-Kopf-Ausgaben stiegen um 3,2 Prozent auf durchschnittlich 109,16 Euro - auch, weil Schokolade und Co. wegen höherer Preise für Nüsse und Kakao teurer wurden.

Zu den Neuheiten bei der bis Mittwoch laufenden Süßwarenmesse zählen etwa Bio-Erdnüsse mit einem Überzug aus essbarem Gold oder Silber und Lakritz mit Rhabarber. "Um den Kunden bei Kauflaune zu halten, sind immer wieder innovative Produkte erforderlich", sagte Ludwig Veltmann als Sprecher des Süßwarenhandels.

Fruchtgummi beliebter


Knapp 10 Kilogramm Schokolade, mehr als 7 Kilogramm an Kuchen und Gebäck, fast 6 Kilogramm Zuckerwaren wie Bonbons sowie je rund 4 Kilogramm Speiseeis und Knabberartikel verzehrten die Verbraucher 2015 nach den Zahlen der Branche. Zu den Gewinnern in der Kundengunst gehörten dabei salzige Snacks und Fruchtgummi. Während Fruchtgummi früher insbesondere bei Kindern beliebt gewesen sei, seien Gummibärchen und Co. auch zunehmend auch bei Erwachsenen gefragt, berichtet der Vorsitzende des Arbeitskreises Süßwarenmesse und Chef des Herstellers Katjes, Bastian Fassin. Unangefochtener Favorit in der Käufergunst ist in Deutschland jedoch weiterhin die Schokolade.

Franzosen mögen's bitter


Dabei stand Milchschokolade mit 81,9 Prozent nach einer Studie des Süßwarenverbands Sweets Global Network ganz oben auf der Einkaufsliste deutscher Verbraucher. Während dunkle Schokolade in Deutschland mit 13,2 Prozent abgeschlagen auf dem zweiten Rang landete, griffen französische Schokoladenfans am liebsten zu der bitteren Variante.

In diesem Jahr hoffen die Hersteller durch große Sportereignisse wie die Olympischen Sommerspiele oder die Fußball-EM auf gute Geschäfte vor allem bei Knabberartikeln. Im Trend seien Frucht- und Gemüse-snacks und fleischhaltige Knabbereien, hieß es. Aktueller Favorit seien jedoch immer noch Chips.

Die deutsche Süßwarenindustrie steigerte ihren Umsatz 2015 um 2,6 Prozent auf rund 12,58 Milliarden Euro. Die Produktion erhöhte sich um 0,2 Prozent auf 3,99 Millionen Tonnen. Etwa die Hälfte der deutschen Produktion ging in der Export.

Neue Leckerbissen bei der SüßwarenmesseMit dem Kino-Klassiker Popcorn wollen Hersteller auch die Fernsehcouch erobern. Nach Angaben des Bundesverbands der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) handelt es sich bei Popcorn zwar noch um ein Nischensegment, das aber stark wachse. Bei der am Sonntag in Köln gestarteten Internationalen Süßwarenmesse (ISM) wird der Mais-Snack in exotischen Geschmacksrichtungen wie Minze, Schokolade, Ingwer oder Zitrone vorgestellt. Weitere Neuerungen bei der Branchenschau sind Fruchtgummi mit Koffein oder Chips mit Senf. Rund 1600 Aussteller aus 65 Ländern zeigen bis Mittwoch ihre Produkte. Die ISM richtet sich ausschließlich an Fachbesucher. (dpa)
Um den Kunden bei Kauflaune zu halten, sind immer wieder innovative Produkte erforderlich.Ludwig Veltmann, Sprecher Süßwarenhandel
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