Teilerfolg im Streit zwischen Lufthansa und Flugbegleitern
Über Renten und Gehälter einig

Im Tarifkonflikt mit den Flugbegleitern erzielte Lufthansa eine wichtige Teileinigung. Somit kehrt bei der Fluggesellschaft langsam Ruhe ein. Archivbild: dpa

Frankfurt. Lufthansa-Passagiere müssen vorerst keine weiteren Streiks der Flugbegleiter fürchten. Noch vor dem offiziellen Beginn der Schlichtung einigten sich Konzern und Gewerkschaft Ufo auf einen Tarifvertrag zu Gehaltssteigerungen und auf Eckpunkte zur Altersversorgung des Kabinenpersonals. Dies teilten beide Seiten am Freitag in Frankfurt nach Schlichtungs-Vorgesprächen unter Vorsitz des SPD-Politikers Matthias Platzeck mit.

Noch offene Fragen zur Arbeitsorganisation der Flugbegleiter sollen in einer Schlichtung bis zum 30. Juni unter Vorsitz des früheren Ministerpräsidenten von Brandenburg erledigt werden. Auch ungeklärte Details zu den Renten könnten noch in die Schlichtung gegeben werden. Bis Ende Juni darf Ufo die rund 19 000 Flugbegleiter wegen der vereinbarten Friedenspflicht nicht zu Streiks aufrufen. Nach dem Bodenpersonal haben die Flugbegleiter damit als zweite Berufsgruppe der Lufthansa die Umstellung des Rentensystems auf feste Unternehmensbeiträge akzeptiert. Bislang hat Lufthansa die absolute Höhe der Betriebsrenten garantiert und damit auch das Zinsrisiko übernommen. Dafür waren in der Bilanz hohe Rückstellungen notwendig, die das Eigenkapital belasteten. Noch offen ist der Tarifkonflikt bei den Piloten.

Die Flugbegleiter sollen für 2015 eine Einmalzahlung von 3000 Euro erhalten. Zu Beginn dieses Jahres greift eine Stufenerhöhung von 2,2 Prozent. Die Laufzeit des Gehaltstarifvertrages endet am 30. September, so dass ein neuer Abschluss in der Schlichtung mitberaten werden soll. Bei den Rentenfragen sind noch einige Details offen, die möglicherweise in die Schlichtung überführt werden müssen. Sollte hier keine Einigung erzielt werden, wäre daher auch noch ein Scheitern der Regelungen zu Übergangs- und Betriebsrenten denkbar. Die Mitglieder von Ufo wollen in einer Urabstimmung das endgültige Ergebnis bewerten.

Die harten Auseinandersetzungen haben ihre Spuren auch im Betriebsklima der Lufthansa hinterlassen. Das Vertrauen der Belegschaft in die Führung war im Herbst auf einen Tiefpunkt gesunken, wie aus einer Lufthansa-internen Umfrage hervorgeht, die dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" vorliegt. In der von den Streiks besonders stark betroffenen Passagier-Sparte gaben nur knapp 30 Prozent der Befragten an, sich noch mit den Unternehmenszielen zu identifizieren.
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