Teldafax-Manager gesteht Unfähigkeit

Von einem Geständnis war zunächst die Rede. Doch die Aussagen des früheren Teldafax-Managers Koch vor Gericht waren nur ein Eingeständnis der Unfähigkeit, den schnell wachsenden Strom-Discounter zu führen.

Im Teldafax-Strafprozess hat einer der drei Angeklagten Verantwortung für die Pleite des Billigstrom-Anbieters mit Hunderttausenden von Geschädigten übernommen. Es sei richtig, dass zunächst kein Insolvenzantrag eingereicht und die Buchführung seit dem Herbst 2010 nicht mehr ordnungsgemäß geführt wurde. "Hierfür übernehme ich die Verantwortung", sagte der letzte Vorstandschef des Unternehmens, Gernot Koch, am Montag vor dem Bonner Landgericht.

Dort muss sich der Manager neben seinen Ex-Vorstandskollegen Klaus Bath und Michael Josten wegen des Vorwurfs der Untreue, Insolvenzverschleppung und Bankrotthandlungen verantworten. Bath und Josten wollten sich dazu zunächst nicht äußern. Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft war Telefax bereits 2009 insolvenzreif. Der Energiediscounter hatte aber erst 2011 einen entsprechenden Antrag eingereicht. Mehr als 500 000 Kunden wurden nach Einschätzung des Insolvenzverwalters geschädigt, weil sie dem Unternehmen Vorauszahlungen für die Lieferung des vermeintlich günstigen Stroms geleistet hatten.

Das Gericht hatte Koch in Aussicht gestellt, bei einem glaubhaften Geständnis mit einer Bewährungsstrafe davon zu kommen. Koch sagte, er sei sich bis heute nicht sicher, ob eine Pflicht zur Einreichung eines Insolvenzantrages bestanden habe. Als Technikvorstand habe er sich auf die Einschätzungen von Experten und seines Finanzvorstandes verlassen. "Es tut mir leid, dass Kunden geschädigt wurden und Mitarbeiter des Unternehmens ihren Arbeitsplatz verloren haben." In vielen Details schilderte er dann die damalige Lage und wie es dazu kommen konnte, dass Teldafax am Ende auf dem Energiemarkt nicht überlebte. Ein Grund dürfte den Schilderungen zufolge die Schwierigkeit gewesen sein, den Kundenansturm zu bewältigen.
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