Tennet untersucht Trasse für "Ostbayernring" entlang der A 93 - wenig Chancen
Im Osten auch kaum Platz

Symbolbild: dpa
Schwandorf. (ch) Für den Ersatz-Neubau des "Ostbayernrings" untersucht Tennet nun auch eine Trasse entlang der Autobahn A 93. Das ist Ergebnis eines Gesprächs mit der "Bürgeraktion". Der Variante werden wenig Chancen eingeräumt.

Die Bürgeraktion suchte Ende Mai das Gespräch mit dem Netzbetreiber Tennet (wir berichteten) und übergab bei dieser Gelegenheit gut 770 Unterschriften von Bürgern, die sich gegen einen Ersatz-Neubau der Stromleitung vor allem in der Flutmulde und bei Krondorf und Irlaching aussprechen. "Die Atmosphäre des Gesprächs war durchaus konstruktiv und sachlich", sagte Ina-Isabelle Haffke auf NT-Nachfrage. Ein Thema war eine Trassenvariante für die Stromleitung entlang der Autobahn A 93. Der Vorschlag war schon in den diversen Informationsveranstaltungen der Tennet aufgetaucht. Der Trasse im Stadtosten werden aber sehr geringe Chancen eingeräumt. Tennet rechne hier ebenfalls mit großen umweltfachlichen Restriktionen. Außerdem gäbe es natürlich auch neue Betroffene. Ebenfalls ein Problem: Der vorgegebene Endpunkt des Ostbayernrings ist das Umspannwerk am ehemaligen Bayernwerksgelände. Ein Blick auf die Landkarte genügt um festzustellen, dass eine Verbindung von der Autobahn nach Dachelhofen nicht einfach herzustellen ist.

Die Bürgeraktion brachte auch die Gleichstromtrasse des Betreibers Amprion ins Spiel, deren Trassenführung noch nicht feststeht. Wenn sie an der A 93 käme, könne Tennet die Trasse mit nutzen, meint die Bürgeraktion. "An Spekulationen hinsichtlich der Notwendigkeit und Trassenführung der Gleichstrompassage der Amprion beteiligen wir uns grundsätzlich nicht", sagte Haffke auf NT-Nachfrage. Der bayrische Vorschlag sei ein Beitrag zu den Konsultationen zum Netzentwicklungsplan gewesen. "Sollte eine neue Planung der Süd-Ostpassage (Amprion, Anm. der Red.) den Ostbayernring berühren, wären auch sämtliche Planungen bei uns auf null zurück gesetzt und wir müssten für ein Raumordnungsverfahren wieder komplett neu planen", sagt Haffke. Das würde den Netzausbau um Jahre zurückwerfen.

Mehrere Bürgerbeteiligungsrunden haben sich bislang mit der Trasse beschäftigt. Würde die neue Leitung mit ihren bis zu 70 Meter hohen Masten entlang der bestehenden Trasse verlaufen, würde sie besonders in Ettmannsdorf wegen nötiger Abstände nahe an die Wohnbebauung rücken. Die Ettmannsdorfer sähen es gerne, wenn die Trasse aus der Mulde verschwinden und weiter in den Westen rücken würde. Die Alternativen über den Egidienberg sind aber auch nicht unumstritten.

Der Netzbetreiber Tennet bietet heute von 10 bis 17 Uhr in einem Info-Mobil auf dem Marktplatz Gelegenheit zur Information. Am 30. Juni werden in der Oberpfalzhalle die Varianten nochmals vorgestellt. Der Netzbetreiber wird dann auch erläutern, welche Trassen bei der Regierung der Oberpfalz als zuständiger Behörde eingereicht werden. Dort wird dann letztlich entschieden, für welche ein Raumordnungsverfahren eröffnet werden wird.
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