Tourismusbranche: Zahl der Reservierungen bricht ein - Ansturm von Einkaufstouristen in ...
Schweizer Börse erholt sich etwas

Die Freigabe des Franken scheint zumindest an der Schweizer Börse zunächst verdaut: Sie hat zum Wochenstart einen Erholungskurs eingeschlagen, nachdem es im Swiss-Market-Index (SMI) seit dem überraschenden Schritt der Notenbank am vergangenen Donnerstag um insgesamt rund 14 Prozent abwärts gegangen war. Am Montag legte der Leitindex in Zürich rund 1,8 Prozent zu. Schweizer Aktien traf der Schritt heftig, da der teure Franken Exporte erschwert und die Gewinne drückt. Die Franken-Freigabe trifft auch die Tourismusbranche in der Schweiz. Die Zahl der Reservierungen aus Deutschland sei eingebrochen, hatte der Direktor des Schweizer Tourismusverbandes, Jürg Schmid, der Schweizer Sonntagszeitung "Le Matin Dimanche" gesagt. "Die Telefone haben sofort aufgehört zu läuten und vor allem sind die Online-Reservationen plötzlich ausgeblieben", sagte Tourismus-Schmidt. Gäste aus Deutschland und den Niederlanden hätten am empfindlichsten auf die Preiserhöhungen reagiert.

Die Schweizer Wirtschaft fürchtet durch den starken Franken enorme Einbußen bei den Exporten. Es müssten nun Löhne gesenkt und Arbeitszeiten erhöht werden, forderte der Direktor des schweizerischen Arbeitgeberverbandes, Roland Müller. Auf dem falschen Fuß erwischt worden war der Devisenmarkt. Einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge müssen mehrere Banken, darunter die Deutsche Bank, sowie einige Hedgefonds mit deutlichen Verlusten rechnen. In Deutschland löste die Aufwertung des Franken einen Ansturm von Einkaufstouristen in den Grenzregionen in Baden-Württemberg aus. Tausende Schweizer kauften am Wochenende in Shopping-Centern in Konstanz und Weil am Rhein ein. Teilweise bildeten sich Staus und lange Schlangen.
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