Traditionsreicher Wäscherhersteller streicht in Deutschland Hunderte Arbeitsplätze
Niedergang statt Triumph

Der Wäschehersteller Triumph baut um - das kostet an den Standorten in Baden-Württemberg Hunderte Arbeitsplätze. Unternehmen und Betriebsrat begründen die Einschnitte mit der schwierigen Branchenlage. Archivbild: dpa

München/Aalen. Der traditionsreiche Wäschehersteller Triumph streicht mehrere hundert Arbeitsplätze in Deutschland. Betroffen sind das Logistikzentrum in Aalen und der Standort Heubach (Baden-Württemberg), wo das Unternehmen einst gegründet wurde. Das sagte ein Sprecher des Konzerns am Donnerstag am Deutschland-Sitz in München. Die Einschnitte seien Teil einer größeren Umstrukturierung.

In Aalen will Triumph einen Teil der Aktivitäten schrittweise bis Anfang 2018 einstellen. Bis zu 300 Beschäftigte dürften davon betroffen sein. Ihnen sollen möglichst sozialverträgliche Lösungen geboten werden, im Gespräch sind etwa Vorruhestandsregelungen und der Aufbau einer Transfergesellschaft. Auch Verhandlungen über einen Sozialplan und Interessenausgleich würden aufgenommen. Im Gegenzug will Triumph andere Logistikstandorte stärken. In Heubach - hier war das Unternehmen vor 130 Jahren gegründet worden - gehe es um mehr Effizienz in der Produktentwicklung. Hintergrund seien geringere Kollektionsgrößen und die Einführung eines IT-Systems, das viele manuelle Arbeitsschritte ersetze. Hier dürften rund 75 Jobs wegfallen, auch hier strebe man sozialverträglich Lösungen an.

Zu dem Umbau gehört unter anderem der Verkauf einer Produktionsstätte in Portugal. Weltweit beschäftigt Triumph mit einem Jahresumsatz von gut 1,4 Milliarden Euro (2014) rund 30 000 Mitarbeiter, davon knapp 1550 an den deutschen Standorten Aalen, Heubach und München sowie in den Triumph Stores. Unternehmensleitung und Betriebsrat verwiesen auf eine schwierige Lage der Textil- und besonders der Wäscheindustrie, die durch harten Wettbewerb und Billig-Konkurrenz geprägt sei.
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