Turbulente Zeit für Anleger
Gastkommentar

Die Entwicklungen im Nahen Osten und in der Ukraine ha- ben dazu geführt, dass sich zu- nächst die Stimmung der Ver- braucher und der Unternehmen und schließlich die harten Wirtschaftsdaten verschlechterten. Die Sanktionen gegen Russland haben die Wirtschaftsentwicklung negativ beeinflusst. Somit droht der zarte Aufschwung in der Euro-Zone zu erliegen.

Auch Deutschland als Konjunkturlokomotive Europas schwächelt. Italien und Frankreich drohen in die Rezession abzugleiten. Die EZB sieht Deflationsgefahren. Ein Hauptproblem ist die mangelnde Kreditvergabe, aufgrund der angespannten Situation der Banken. Nachdem der Leitzins nahe Null liegt und reichlich Liquidität zur Verfügung steht, will die EZB zu drastischen Mitteln greifen, um die Wirtschaft anzukurbeln. Ein massiver Aufkauf von Anleihen steht an: eine Unterstützung für die Banken und die hoch verschuldeten Staaten.

Begleitet wird die expansive Geldpolitik der EZB von der Schwächung des Euros. Die Politik hat seit langem gefordert, den Wechselkurs zu schwächen, um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Die Talfahrt scheint keineswegs beendet. Vor allem Politiker der Südländer und in Frankreich wollen eine weitere Abwertung.

Es war jahrzehntelang ein Modell, die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit durch schwächere Wechselkurse auszugleichen. Im Welthandel dürfte Deutschland davon profitieren und die Exportindustrie sollte weiter angeheizt werden. Das wiederum wird Bemühungen in Gang setzten, Deutschland zu verpflichten, die Probleme der anderen Mitgliedstaaten über Transferzah-lungen mitzutragen.

Da der Außenwert der Währung sinkt, sind indirekt die deutschen Geldvermögen ein Verlierer. Für den Anleger be- deutet dies keine einfache Zeit. Aktien sind langfristig die rentabelste Anlageform. Aller- dings sind sie gut bewertet und stark vom Anlageverhalten großer ausländischer Investoren abhängig. Diese sind bei sinkendem Wechselkurs eher auf der Abgabenseite.

In nächster Zeit dürften Ak- tien noch schwankungsanfäl- liger werden und für turbulen- tere Zeiten sorgen. Der Anle- ger sollte daher vorsichtig sein. Aktives Risikomanage- ment wird wieder wichtiger.
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