Überraschung im VW-Machtkampf: Vorstandschef Winterkorn bleibt
Winterkorn hat gut lachen: Aussicht auf neuen Vertrag

Martin Winterkorn (67) bleibt Vorstandsvorsitzender von Volkswagen. Das teilte das Aufsichtsrats-Präsidium am Freitag mit. Archivbild: dpa
im Amt - und soll Volkswagen sogar über 2016 hinaus führen. Doch es bleiben offene Fragen.

(dpa) VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch hat im Ringen an der Führungsspitze des Konzerns eine Schlappe erlitten. Trotz der Attacken Piëchs bleibt Martin Winterkorn (67) als VW-Chef im Amt. Sein bis Ende 2016 laufender Vertrag soll sogar verlängert werden. Bei einem Krisentreffen des innersten Machtzirkels stand Piëch, der am Freitag 78 Jahre alt wurde, isoliert da. Das verlautete in Konzernkreisen. Winterkorn sei der "bestmögliche" Vorstandschef, stellte das Aufsichtsrats-Präsidium am Freitag fest. Einen Tag zuvor war das Gremium zu einem Treffen in Salzburg zusammengekommen. Winterkorn stand zuvor unter Druck, nachdem VW-Patriarch Piëch dem "Spiegel" gesagt hatte: "Ich bin auf Distanz zu Winterkorn."

"Aktiv und erfolgreich"

In der Mitteilung hieß es nun: "Das Präsidium legt großen Wert darauf, dass Herr Professor Dr. Winterkorn seine Funktion als Vorsitzender des Vorstands auch weiterhin so aktiv und erfolgreich wie bisher verfolgt und hat hierbei die uneingeschränkte Unterstützung des Gremiums." Das Präsidium werde dem Aufsichtsrat vorschlagen, Winterkorns Vertrag nächstes Jahr zu verlängern. Dessen Kontrakt läuft Ende 2016 aus. Allerdings ist offen, bis wann Winterkorns Vertrag verlängert werden soll. Ebenso unklar ist es, wie es an der Spitze des Aufsichtsrats weitergehen könnte. Winterkorn galt bis zu Piëchs Kritik als gesetzter Nachfolger des VW-Patriarchen als Chefkontrolleur. Piëchs Mandat als Aufsichtsratsvorsitzender läuft noch zwei Jahre.

Klare Unterstützer

Mit der Arbeitnehmerseite im Aufsichtsrat und den zwei Vertretern des VW-Großaktionärs Niedersachsen auf der Kapitalseite hatte sich nach der Piëch-Kritik eine Allianz zu Winterkorn bekannt. Der Sprecher des Porsche-Familienzweigs, Wolfgang Porsche, hatte Piëchs Äußerungen als "Privatmeinung" bezeichnet. Die Familien Porsche und Piëch halten die Stimmenmehrheit an Volkswagen.

Das Präsidium des VW-Aufsichtsrats gilt als Machtzentrum und bereitet entscheidende Weichenstellungen des Kontrollgremiums vor. Das Sextett bilden: Piëch (Vorsitz), Berthold Huber von der IG Metall (Vize-Vorsitz), Konzernbetriebsratschef Bernd Osterloh, der Sprecher des Porsche-Familienzweigs, Wolfgang Porsche, Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und Osterloh-Vize Stephan Wolf.
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