Ufo legt Streik bei der Lufthansa auf Eis

Lufthansa-Passagiere können vorerst aufatmen. Die Flugbegleitergewerkschaft Ufo sagt ihren für diese Woche geplanten Streik ab. Der Tarifkonflikt ist damit allerdings noch nicht gelöst.

Der für heute und Freitag angekündigte Streik der Lufthansa-Flugbegleiter wurde von der Gewerkschaft Ufo abgesagt. Das Unternehmen habe sich bei einem Spitzengespräch in Fragen der umstrittenen Alters- und Übergangsversorgung deutlich auf die Gewerkschaft zubewegt, begründete Ufo-Chef Nicoley Baublies am Mittwoch in Frankfurt die kurzfristige Absage.

Kein Streik bis 2. Dezember

Auf weitere Arbeitskämpfe will Ufo mindestens bis zum 2. Dezember verzichten. Lufthansa habe die Zwischenmitteilung der Schlichter Herta Däubler-Gmelin und Friedrich Merz aus dem Sommer als Basis zu weiteren Verhandlungen über die Rentenfragen akzeptiert, teilte Ufo mit. Die Versorgung für neu eingestellte Mitarbeiter solle nach zehn Jahren überprüft werden. Ufo hat auch die grundsätzliche Umstellung von bislang garantierten Renten auf Festbeiträge des Arbeitgebers akzeptiert.

Lufthansa sprach von einer Annäherung, die Basis für eine Lösung sein könne. Beide Seiten hielten am Ziel eines "Jobgipfels" fest, an dem am 2. Dezember Vertreter des Konzerns sowie der drei Gewerkschaften Ufo, Verdi und Vereinigung Cockpit unter Anleitung eines Mediators teilnehmen sollen. Dazu seien aber noch weitere Verhandlungen über das konkrete Verfahren notwendig, betonte die Gewerkschaft.

Auf einem Krisentreffen mit dem Lufthansa-Vorstand war am Dienstag der Verhandlungsweg zur Lösung weiterer tariflicher Probleme skizziert worden. Neben "Jobgipfel" und Rentenverhandlungen soll es für die Flugbegleiter eine weitere Schlichtung zu Themen geben, die nur das Kabinenpersonal betreffen.

Weitere Verhandlungen

Lufthansa sagte der Ufo zudem weitere Tarifverhandlungen für ihre anderen Fluggesellschaften in Deutschland zu. Die Flugbegleiter hatten am 13. November einen einwöchigen Streik beendet, bei dem rund 4700 Flüge ausgefallen waren. Zuvor hatten die Piloten der Lufthansa in bislang 13 Runden seit April 2014 die Arbeit niedergelegt. Bei beiden Berufsgruppen wird um die Früh- und Betriebsrenten gestritten, die Lufthansa kürzen und in der Systematik umstellen will. Im Hintergrund geht es aber auch um die Auswirkungen des Konzernumbaus, mit dem Arbeitsplätze zur Billigtochter Eurowings und ins Ausland verlagert werden.
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