Uniper an der Börse

Vorstandsvorsitzender Klaus Schäfer läutet beim Börsengang von Uniper in Frankfurt die Glocke bei der Bekanntgabe der Erstnotierung. Bild: dpa

Die Kraftwerkstocher des Energieriesen Eon ist am Montag an die Börse gegangen - nur zu einem Drittel des Buchwertes. Trotzdem zeigt sich das Management optimistisch. Der Wert setzt auf steigende Börsenstrompreise in der Energiewende.

Frankfurt. Die frühere Eon-Kraftwerkstochter Uniper mit rund 13 000 Beschäftigten ist deutlich unter Buchwert, aber voller Optimismus in den Börsenhandel gestartet. "Uniper steht für die Energiewende, das Rückgrat der Energiewende. Wir haben das Geschäft für die Versorgungssicherheit - insofern auch eine klare Zukunft", sagte Uniper-Chef Klaus Schäfer in Frankfurt bei der Erstnotierung.

Parallel kündigte Konkurrent RWE offiziell an, seine neue Großtochter Innogy an die Börse bringen zu wollen. Dabei sollen schon im ersten Schritt neben der geplanten 10-prozentigen Kapitalerhöhung bei der Tochter auch weitere Anteile aus dem Bestand der RWE AG an die Aktionäre abgegeben werden. Wie viele Papiere das sind, ließ der Konzern offen. RWE bekräftigte, den Börsengang noch in diesem Jahr über die Bühne bringen zu wollen.

Schwankender Kurs


Der erste Kurs wurde mit 10,015 Euro festgestellt. Das Papier legte zeitweise auf knapp 11 Euro zu und stand beim Handelsschluss bei 10,30 Euro. Das entspricht etwa 3,6 Milliarden Börsenwert des Unternehmens und damit nur etwa einem Drittel des bisherigen Wertes in den Eon-Büchern. Analysten hatten eine solche Bewertung erwartet. Uniper-Finanzchef Christopher Delbrück sagte der Nachrichtenagentur dpa-AFX, wichtiger als der kurzfristige Aktienkurs sei die Entwicklung der kommenden zwölf Monate. Eon hat den Unternehmensteil mit Kohle, Gas und Energiehandel abgespalten, um sich auf Erneuerbare Energie, Vertrieb sowie Strom- und Gasnetze zu konzentrieren. "Uniper ist nun ein selbstständiges Unternehmen, wir sind börsennotiert, wir können nach vorne schauen", sagte Schäfer. Mit dem Zugang zu den Kapitalmärkten habe das Unternehmen die richtigen Voraussetzungen für die Zukunft. Experten rechnen an den ersten Handelstagen mit sehr starken Kursschwankungen. Eon hat die Mehrheit an Uniper an seine Aktionäre abgegeben und hält jetzt etwas über 46 Prozent. Das Unternehmen setzt auf steigende Strompreise an der Börse und möglicherweise eine politische Änderung am Strommarkt: Wenn das Bereithalten von schnell abrufbarer konventioneller Energie künftig entlohnt werden würde, könnte sich der Wert des Unternehmens schnell vergrößern. Außerdem hat Uniper den Aktionären hohe Dividenden-Ausschüttungen versprochen.

Konkurrent RWE spaltet sich ebenfalls auf. Allerdings geht der Konzern einen anderen Weg und bringt das Zukunftsgeschäft mit Ökostrom, Netzen und Vertrieb an die Börse. Im Mutterkonzern bleiben der die alten Kraftwerke und der Energiehandel.
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