Unter dem Weihnachtsbaum liegen immer mehr Gutscheine und Bargeld - Erste Preissenkungen
Nach dem Fest Geschenke kaufen

Bereits vor Weihnachten haben viele Händler die Preise ihrer Ware reduziert. Bild: dpa
Die Tante schickt 20 Euro für die Parfümerie, Opa legt einen Büchergutschein auf den Gabentisch und vom Nachbarn gibt's eine Geschenkkarte vom Blumenladen. Ob handsigniert und fein gefaltet oder als Plastikkarte: Gutscheine zu Weihnachten werden immer beliebter und das eigentliche Geschenk damit erst nach dem Fest gekauft.

Handel und Paketdienste haben sich darauf eingestellt, dass sie auch rund um den Jahreswechsel viel zu tun haben werden. "Die Tage zwischen den Jahren sind noch einmal ein Highlight für die Händler", heißt es beim Handelsverband Deutschland. Zusätzlich wachsen dürfte der Andrang dadurch, dass nach den Feiertagen die Händler bei Winterkleidung - sie war aufgrund des Wetters bislang kaum gefragt - sowie bei Wintersportartikeln den Rotstift ansetzen werden.

"Gutscheine sind das beliebteste Geschenk", sagt Geschäftsführer Kai Falk vom Handelsverband. Vor dem Fest kauften die Deutschen Gutscheine für rund drei Milliarden Euro, das sind dreieinhalb Prozent des Gesamt-Weihnachtsumsatzes von 85,5 Milliarden Euro. Durchschnittlich 100 Euro würden auf den Karten vermerkt - und nach dem Fest eingelöst. Dann, wenn auch Geschenke-Flops wie das nicht standesgemäße Handy und die Socken umgetauscht werden. "Nach dem Fest freut man sich, wieder zu bummeln", umschreibt es der Handelsverband.

Auch Online-Händler dürften gut zu tun haben, denn ihr Anteil am Weihnachtsgeschäft ist weiter gewachsen. Zehn Milliarden Euro gaben die Deutschen nach Branchenangaben für Geschenke im Internet aus, 18 Prozent mehr als im Vorjahr.

Weil die Lager voll sind, werden die Preise nach Weihnachten sinken. "Es ist mit ersten Reduzierungen zu rechnen", heißt es beim Handelsverband, der eigentlich auf einen koordinierten Schlussverkauf Ende Januar setzt. Darauf warten viele Ladeninhaber aber nicht mehr.

Wenn es dann nach Weihnachten kälter wird, wie einige Meteorologen meinen, könnte mancher Gutschein auch im Modehaus eingelöst werden - sofern ihn der Beschenkte nicht verfallen lässt. Denn drei bis vier Prozent werden laut Gesellschaft für Konsumforschung nie eingelöst. Das ist für den Handel das beste Geschäft.
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