Unternehmen SeniVita strebt 2018 Börsengang an
Wachstumsmarkt Pflege und Wohnen

Eine angemessene Wohnung ist auch für Senioren ein Menschenrecht.
Bayreuth. Vor 17 Jahren zündete ein Ideal, heute zählt die SeniVita Unternehmensgruppe zu den größten (privaten) Pflegeträgern in Süddeutschland: mit 20 Einrichtungen, 1300 Mitarbeitern und vier eigenen Schulen, darunter eine bi-linguale Grundschule in Bayreuth mit Oxford- und Bayern-Lehrplan.

"Ein Pflegeplatz ist keine Wohnung", sagt Dr. Horst Wiesent, Vorstandsvorsitzender. Der gebürtige Eschenbacher ist quasi der Gründungsvater; ihm zur Seite steht im Hintergrund Anton Kummert als Gesellschafter und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender. Kummert stammt aus Wernberg-Köblitz. Nach dem Grundsatz "so viel Selbstbestimmung wie möglich" schafft Wiesent standardisierte Einrichtungen mit im Durchschnitt 48 Wohnungen zu je 34 Quadratmetern - mit bis zu 60 Tagespflegeplätzen unter einem Dach. Kapitalanleger geben etwas mehr als 100 000 Euro für eine Wohnung aus, die dann an Pflegebedürftige für 10 bis 12 Euro je Quadratmeter vermietet wird. "Die Käufer kommen meist aus der Region und 80 Prozent zahlen in bar", berichtet Wiesent. Das Eintrittsalter liegt bei 84 Jahren.

Die Pflegebedürftigen kaufen dann alle Leistungen - je nach Bedarf - hinzu. Damit fahren sie, so die bisherige Erkenntnis, finanziell wesentlich günstiger als bei vollstationärer Pflege im herkömmlichen Heim: Statt bis zu 2000 Euro beläuft sich die monatliche Zuzahlung bei SeniVita auf lediglich 1200 Euro. Wiesent: "Wir konnten damit viele Menschen aus der Sozialhilfe holen." Ein weiterer Vorteil sei die integrierte Tagespflege. So entfallen hohe Transportkosten von bis zu 900 Euro im Monat.

Joint Venture mit Strabag

"Dieses Modell der Altenpflege 5.0 ist gut für die Menschen - und erfolgreich für SeniVita", betont der Unternehmer. Das "modernste Pflegekonzept Bayerns" wird vom Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen und vom Kuratorium der deutschen Altenhilfe wissenschaftlich begleitet. Weil Expansion Geld kostet, legt SeniVita aktuell für 50 Millionen Euro eine Wandelanleihe zu 6,5 Prozent Zinsen auf, Stückelung zu 1000 Euro. Beim geplanten Börsengang 2018 besteht ein Wandlungsrecht in 100 Aktien zu je 10 Euro.

Die 50 Millionen Euro sollen in bis zu 8 neue Standorte fließen. Wiesent: "Wir finanzieren Wachstum." Das gewinnträchtige Unternehmen verfüge über eine Liquidität von 10 Millionen Euro. Pro Jahr setzt sich SeniVita fünf bis zehn neue Wohnanlagen zum Ziel. Bis 2020 sollen 200 Millionen Euro in Pflegeheime investiert werden: Beflügelt durch ein Joint Venture mit der Züblin AG, die zur Strabag gehört, einem der größten Baukonzerne Europas. In der Region ist SeniVita vorerst in Schwandorf, Eschenbach und Marktredwitz vertreten.
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