Unternehmen soll Marktmacht missbraucht haben - Mehr Wettbewerb
Bundeskartellamt rügt Post

Ohrfeige für die Deutsche Post: Das Bundeskartellamt wirft dem Unternehmen vor, in der Vergangenheit seine marktbeherrschende Stellung im Bereich Briefdienstleistungen missbräuchlich ausgenutzt und dadurch Wettbewerber behindert zu haben. Das teilte das Bundeskartellamt am Dienstag zum Abschluss eines Missbrauchsverfahren in Bonn mit.

Die Post habe mit Großkunden Briefpreise und Treuerabatte vereinbart, die es anderen Briefdienstleistern unmöglich machten, ein wettbewerbsfähiges Angebot zu unterbreiten. Mittlerweile habe das Unternehmen die kritisierten Maßnahmen jedoch eingestellt. Im Laufe des Verfahrens hatte das Bundeskartellamt zuvor eine Abmahnung gegen das Unternehmen ausgesprochen. Ein Bußgeld wurde nicht verhängt.

Eine derartige Marktabschottung verhindere, dass der Wettbewerb in Gang komme, kritisierte Kartellamtspräsident Andreas Mundt. Der Bundesverband Briefdienste begrüßte die Entscheidung. "Das Bundeskartellamt hat dem wettbewerbsbehindernden Preisdumping der Deutschen Post einen weiteren Riegel vorgeschoben", sagte Verbandschef Walther Otremba. In dem Bundesverband haben sich mehrere Post-Konkurrenten zusammengeschlossen.

Ein Post-Sprecher kündigte an, eine Beschwerde beim Oberlandesgericht Düsseldorf zu prüfen. Der Konzern habe seine Geschäftsprozesse umgestellt, die beanstandeten Fälle stammten aus der Zeit bis Ende 2013.
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