Unzulässige Kreditgebühren: Verjährung hemmen

Bankkunden können unzulässige Kreditgebühren zurückfordern. Das Problem: Viele Forderungen verjähren bald. "Noch ist es aber nicht zu spät", sagt Erk Schaarschmidt von der Verbraucherzentrale Brandenburg in Potsdam. Wer sich bis zum 31. Dezember an den zuständigen Ombudsmann wendet, kann unter Umständen die Verjährung der Ansprüche hemmen.

Bank anschreiben: Als Erstes sollten Kunden zunächst die Forderung bei dem Geldinstitut anmelden. Verbraucherzentralen bieten dazu auf ihren Homepages Musterbriefe an. Da bis zum 31. Dezember jetzt nicht mehr viel Zeit ist, sollte die Frist bis zum 29. Dezember gesetzt werden, rät Schaarschmidt.. Damit Kunden sicher sein können, dass das Schreiben bei der Bank angekommen ist, sollte es als Einschreiben verschickt werden.

Ombudsstelle einschalten: Zweiter Schritt ist die Einschaltung der zuständigen Schlichtungsstelle. "Die sollten Sie anrufen, wenn ihre Forderung abgelehnt wurde oder das Geldinstitut nicht auf ihr Schreiben reagiert hat", sagt der Verbraucherschützer. "Schicken Sie eine Kopie aller Unterlagen per Einwurfeinschreiben an die zuständige Ombudsstelle." Mit dem Eingang des Schreibens wird die Verjährung der Forderung grundsätzlich gehemmt. Möglich ist auch, den Ombudsmann parallel zur Anfrage an die Bank anzurufen.

Ausnahmen prüfen: Nicht bei allen Schlichtern tritt eine Hemmung der Verjährung ein. "Das betrifft zum Beispiel einige Sparkassen", erklärt Schaarschmidt. Auch wenn Banken, keinem Schlichtungsverbund angehören, können Kunden diesen Weg nicht gehen. In diesem Fall können Verbraucher aber einen gerichtlichen Mahnbescheid gegen das Geldinstitut beantragen.

Alternativen Schlichter einschalten: Eine andere Möglichkeit ist, sich mit dem Schlichtungsersuchen an die Öffentlichen Rechtsauskunft- und Vergleichsstelle Hamburg zu wenden, sagt Schaarschmidt. Dieses Verfahren stehe grundsätzlich allen Bürgern offen. Auch hier werde die Verjährung gehemmt. (dpa)
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