Verbraucherschützer: Auswahl und Abschluss des Produkts gut überlegen
Magere Riester-Rente

Die Riester-Rente gilt als sicher. Sparer, die einen Vertrag abschließen, können nicht nur auf die Erträge hoffen, die in der gewählten Anlageform anfallen. Sie bekommen zudem eine staatliche Grundzulage von bis zu 154 Euro pro Jahr. Für jedes vor 2008 geborene Kind gibt es zusätzlich 185 Euro, für jedes danach geborene Kind 300 Euro. Um diese Zulagen in voller Höhe zu erhalten, müssen Riester-Sparer pro Jahr - die Zulagen bereits eingerechnet - vier Prozent ihres Vorjahresbruttoeinkommens (maximal 2100 Euro) in ihren Riester-Vertrag einzahlen. Neben der Zulage können je nach Einzelfall noch Steuererstattungen anfallen.

Das Problem: "Erste Verträge, die nun fällig werden, weisen mitunter eine viel niedrigere Rente aus, als ursprünglich in Aussicht gestellt wurde", hat Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Stuttgart beobachtet. Der Grund: Bei Verkauf der Verträge haben die Anbieter oft mit Zinsen gerechnet, die aus heutiger Sicht viel zu hoch waren. Außerdem müssen die Versicherer die Rente extrem vorsichtig kalkulieren, indem sie eine lange Lebenserwartung annehmen.

Provisionen

Abschluss und Auswahl des Produktes sollten deshalb nach Ansicht von Nauhauser gut überlegt sein. "Die höchsten Renten sind wahrscheinlich mit einem Fondssparplan mit Anlageschwerpunkt Aktien erzielbar", erklärt der Finanzexperte. Ein Nachteil kann die bei Riester vorgeschriebene Kapitalerhaltgarantie sein, weil diese die mögliche Rendite mindert. "Außerdem sind die Verwaltungskosten und Provisionen der Fonds viel höher als beispielsweise bei Indexfonds, die aber nicht gefördert werden." Wer Wertschwankungen vermeiden möchte, kann einen Riester-Banksparplan wählen. "Hier werden Guthaben und Sparraten laufend verzinst, wenn auch gegenwärtig nur zu niedrigen Zinssätzen." Riester-Rentenversicherungen seien auch eher sichere Sparformen. Wegen hoher Abschlusskosten könnten Sparer oft erst nach einer Laufzeit von zehn Jahren mit einer positiven Rendite rechnen. Unrentabel sind aus Sicht des Verbraucherschützers fondsgebundene Rentenversicherungen. Hier fielen unnötig doppelt Kosten an. Angesichts der niedrigen Anlagezinsen rät Nauhauser, teuere Verträge eher zu meiden, selbst wenn diese gefördert würden.
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