Verdi-Streik: Postbank-Filialen in Weiden, Cham und Tirschenreuth betroffen
Streik bei der Postbank

Mitarbeiter der Postbank und der Gewerkschaft Verdi demonstrierten am Montag in Berlin. Ab Mittwoch wird der Streik in Bayern fortgesetzt. (Bild: dpa)

Zum Streikschwerpunkt ruft Verdi am Mittwoch das Filialgebiet Ostbayern der Postbank aus. Damit setzt sich der Streik in der vergangenen Woche fort. In der Gesamtheit werden ab Mittwoch bis einschließlich Samstag im östlichen Bayern alle Filialen ganztägig bestreikt, heißt es am Dienstagabend in einer Pressemitteilung von Verdi.

Auswirkungen für die Kunden

In den Filialen zwischen Hof und Passau könnten dann beispielsweise Beratungstermine nicht durchgeführt werden und für die Kunden könne es nur eingeschränkt oder gar nicht möglich sein, Pakete abzuholen oder Produkte zu kaufen. Zudem könne es auch verschiedentlich dazu führen, dass die Postverteilung in den Postfachanlagen nicht durchgeführt wird, heißt es in der Mitteilung. Bei ver.di verantwortlich ist der Gewerkschaftssekretär Harry Roggow in Nürnberg: „Wir rufen in allen 18 Filialen im Filialgebiet Ostbayern zum Streik auf." Betroffen seien sowohl Großfilialen wie auch kleinere, beispielsweise in Weiden, Cham und Tirschenreuth. Es könne jedoch sein, dass an einem der Tage wegen des Einsatzes von Beamten ein bis zwei Filialen teilweise geöffnet sind, so Roggow.

Streik für Kündigungsschutz

Bei den Streiks geht es den Filialmitarbeitern laut Verdi vor allem um den Kündigungsschutz. Mario Materne, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender, im Betriebsrat für die Region verantwortlich und Mitglied der Tarifverhandlungskommission: „Die Mitarbeiter kämpfen vor allem für den Erhalt des seit 20 Jahren bestehenden Kündigungsschutzes. Ausgerechnet jetzt, wo ständig neue Gerüchte über die unsichere Zukunft der Postbank auftauchen, mauert der Vorstand bei dem wichtigen Thema. Darum bitten wir die Kunden um Verständnis, das wir unsere Arbeitsplätze absichern wollen.“

Nach einer für Verdi erfolgreichen Urabstimmung wird es flächendeckende Aktionen bis hin zu mehrtägigen Streiks bundesweit geben. Zug um Zug werden die Streikaktivitäten im Bundesgebiet ausgeweitet. In ganz Bayern müsse zunächst bis Ende April mit weiteren Auswirkungen und geschlossenen Filialen gerechnet werden. Auch für den Monat Mai liefen die Planungen bereits, heißt es in der Pressemitteilung von Verdi.

Die Forderungen von Verdi

Verdi fordert für die rund 9.500 Beschäftigten der Postbank Filialvertrieb AG fünf Prozent mehr Gehalt bei einer Laufzeit von zwölf Monaten, die Verlängerung des Kündigungsschutzes bis Ende 2020, eine Angleichung der Ausbildungsvergütung auf das Postbankniveau und die Weiterführung der Postbankzulage. Für die rund 2.700 Beschäftigten der Postbank AG, Firmenkunden AG und BHW-Gruppe fordert Verdi einen Vorruhestand mit Rechtsanspruch sowie den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen bis Ende 2020.
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