Vernetzter Lautsprecher
Google hört mit

Google-Manager Mario Queiroz zeigt auf der Entwicklerkonferenz Google I/O im kalifornischen Mountain View den vernetzten Lautsprecher Google Home. Er soll zu einer Steuerzentrale für das vernetzte Zuhause werden und auch Zugang zur Google-Suche bieten. Bild: dpa

Google schlägt eine neue Strategie für seine Zukunft ein: Nutzer sollen sich künftig mit Software und Geräten des Konzerns unterhalten können, statt nur Suchanfragen einzutippen. Damit heizt Google die Rivalität mit Apple, Facebook, Microsoft und Amazon an.

Mountain View. Google will sich mit Spracherkennung und künstlicher Intelligenz tief im Alltag verankern und weit über das heutige Kerngeschäft mit Internet-Suche hinausgehen. Der Konzern stellte am Mittwoch (Ortszeit) einen vernetzten Lautsprecher mit einem integrierten Sprachassistenten vor. Das Gerät mit dem Namen Google Home kann auf Kommando Musik abspielen, auf die Google-Suche zugreifen sowie Aufgaben in verbundenen Geräten und Diensten erfüllen. Man kann zum Beispiel alle möglichen Fragen stellen. Dafür muss das Gerät ständig zuhören, um die Befehle nicht zu verpassen. Mit dem Lautsprecher konkurriert Google mit einem ähnlichen Konzept von Amazon.

Google will insgesamt seine Nutzer verstärkt über einen neuen Sprachassistenten erreichen. Mit dem "Google Assistant" solle man sich einfach unterhalten können, erklärte Konzernchef Sundar Pichai auf der Entwicklerkonferenz Google I/O im kalifornischen Mountain View. Damit sollen die Google-Dienste für die Anwender nützlicher werden.

Messenger Allo


Als weitere Neuheit zeigte Google den Messenger Allo, der mit ähnlichen Diensten vor allem von Facebook konkurrieren wird. Auch hier steht die Spracheingabe im Vordergrund. Außerdem kann der Kurzmitteilungsdienst mit Hilfe künstlicher Intelligenz passende Antworten oder eine Auswahl von Restaurants vorschlagen. Eine optionale Ende-zu-Ende-Verschlüsselung soll für den Datenschutz sorgen. Neu ist auch die App "Duo" für Videoanrufe, die im Sommer für Android- und Apple-Geräte eingeführt werden soll. Mit den beiden Diensten tritt Google gegen die Facebook-Dienste Whatsapp und Messenger an, macht aber auch Apple und Microsoft Konkurrenz

Zu den Partnerdiensten für den neuen Lautsprecher gehören bereits "MyTaxi", der Fahrdienst-Vermittler Uber und Musikdienste wie Spotify. Lautsprecher in verschiedenen Räumen können miteinander verbunden werden und zusammenarbeiten. Google will auch die Möglichkeit bieten, das Design nach dem Geschmack der Nutzer anzupassen.

Bei der nächsten Android-Version, die bisher nur unter dem vorläufigen Namen "N" bekannt ist, verbesserte Google unter anderem die Sicherheit. Bei der Funktion "Instant Apps" werden Anwendungen in kleinen Fragmente aufgeteilt - und können dadurch ohne eine Ladezeit sofort genutzt werden.

Mit der Plattform "Daydream" (Tagtraum) für Inhalte, mit denen man in virtuelle Welten eintauchen kann, will Google auch dieses Wachstumsfeld besetzen. Der Schritt soll dafür sorgen, dass auf Geräten mit dem Google-System Android von verschiedenen Herstellern eine gleich hohe Qualität gewährleistet ist. Führende Smartphone-Hersteller seien bereits an Bord, sagte der zuständige Google-Manager Clay Bavor. Als Inhalte-Partner sind unter anderem Medienunternehmen dabei. Auch die hauseigene Videoplattform kommt zum Einsatz: "Wir haben Youtube von Grund auf neu für virtuelle Realität umgebaut", sagte Bavor. Unter anderem Facebook setzt ebenfalls auf virtuelle Realität.

Text auf der Uhr


Nutzer von Computer-Uhren mit Googles Betriebssystem werden künftig auch Text mit Hilfe einer kleinen Tastatur und Schrifterkennung eingeben können. Außerdem sollen mit der System-Version Android Wear 2.0 alle Apps direkt auf den Uhren laufen und damit grundsätzlich auch ohne eine Verbindung zum Smartphone auskommen können
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