Versorger EnBW will insolvente Prokon übernehmen
550 Millionen Euro in bar

Carsten Rodbertus war einer der Gründer von Prokon und bis zur Pleite Chef. Archivbild: dpa
Im Werben um die insolvente Windenergiefirma Prokon will der Energieversorger EnBW 550 Millionen Euro in bar hinlegen. Die EnBW bewertet Prokon damit um 100 Millionen Euro niedriger als das konkurrierende Genossenschaftsmodell. Unterm Strich würden die Anleger und Gläubiger aber mit der EnBW besser fahren, versicherte EnBW-Finanzvorstand Thomas Kusterer am Freitag. "Das Unternehmen wird handlungsfähig, wir schaffen die Voraussetzungen für einen soliden Neuanfang."

Die Entscheidung, ob der drittgrößte deutsche Energiekonzern EnBW auch neuer Prokon-Inhaber wird, fällt jedoch erst auf der Gläubigerversammlung am 2. Juli in Hamburg. Dann müssen die rund 100 000 Gläubiger entscheiden, ob sie als Eigentümer die Prokon-Windparks im Rahmen einer Genossenschaft fortführen oder das Vermögen an die EnBW verkaufen wollen.

Die Insolvenz sei für die Gläubiger "eine sehr bittere Tatsache, weil sie in jedem Fall mehr als 40 Prozent ihres eingesetzten Kapitals verlieren werden", sagte Kusterer. Der Verlust sei "unabänderlich", egal, für welches Modell sich die Gläubiger entscheiden. Aus Sicht von Kusterer ergänzen sich der Konzern und Prokon perfekt, "um die Windkraft in Deutschland solide und gut finanziert weiter zu entwickeln".
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