Verzicht auf Lohnerhöhung gegen Rückkehr der Regionalgesellschaften zum Haustarif
Verdi macht Post Angebot

Im Tarifkonflikt für rund 140 000 Beschäftigte der Deutschen Post hat Verdi den Spieß umgedreht. Die Gewerkschaft legte der Post am Dienstag ein Angebot vor und räumte ihr eine Erklärungsfrist bis Donnerstag ein. Die Arbeitgeber wiesen den Vorschlag zunächst zurück und sprachen von Vertagung.

Verdi will mit dem Angebot erreichen, dass die 49 regionalen Gesellschaften für die Paketzustellung in den Haustarifvertrag zurückkehren. In den ausgegliederten Gesellschaften arbeiten heute nach Angaben der Post bereits mehr als 6000 Menschen. Bezahlt werden sie nach dem in der Regel niedrigeren Tarif des Speditions- und Logistikgewerbes. Im Gegenzug zur Rückkehr in den Haustarifvertrag würde die Gewerkschaft für 2015 auf eine lineare Einkommenserhöhung verzichten. Stattdessen will sie eine Einmalzahlung von 500 Euro erreichen. Zum 1. August 2016 würden die Entgelte dann um 2,7 Prozent angehoben. Der Tarifvertrag hätte eine Laufzeit von 27 Monaten. Er beinhaltet auch, dass neu eingestellte Beschäftigte länger in einer Gehaltsstufe bleiben, bevor sie aufsteigen.

Die Post bezeichnete den Verdi-Vorschlag als "Mogelpackung". Das Unternehmen habe ein strukturelles Problem, weil die Löhne doppelt so hoch seien, wie bei den Wettbewerbern, erklärte Personalvorstand Melanie Kreis. Das werde durch das Angebot der Gewerkschaft nicht gelöst.

Verdi-Verhandlungsführerin Andrea Kocsis betonte, das vorgeschlagene Paket sei "in der Frage des Entgeltes sehr schmerzhaft". Ohne eine Rückkehr der ausgegliederten Gesellschaften unter das Dach der Post werde es aber keinen Frieden im Betrieb geben. Heute will die Tarifkommission darüber beraten, was passiert, wenn die Post das Angebot nicht annimmt.
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