Viele Auftragseinträge im Dezember
Kräftiger Schub für Maschinenbau

Zahlreiche Aufträge im Dezember sorgen für gute Perspektiven bei den Maschinenbauern für 2016. Doch der Verband wiegelt ab. Bild: dpa

Die deutschen Maschinenbau-Unternehmen haben im Dezember noch viele große Aufträge reinbekommen. Ihr Verband VDMA bleibt aber vorsichtig, ob das 2016 auf die laufende Produktion durchschlägt.

Frankfurt. Ein kräftiger Bestellschub aus dem Ausland hat dem deutschen Maschinenbau die Bilanz für 2015 gerettet. Unter dem Strich lag der Wert der neuen Order für das Gesamtjahr 1 Prozent über dem Wert von 2014, wie der Branchenverband VDMA am Montag in Frankfurt berichtete. Dieser reale Zuwachs stammte sowohl aus dem Inland als aus dem Ausland.

Prognosen unverändert


"Das ist nicht gerade berauschend, aber es zeigt sehr gut die Seitwärtsbewegung im Maschinenbau", erklärte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers. Trotz der leicht positiven Entwicklung bleibt der Verband bei seiner vorsichtigen Prognose für die Produktion. Danach werde es im laufenden Jahr erneut eine Stagnation ohne reale Produktionssteigerung geben. Der nominale Produktionswert wird für 2015 unverändert auf 199 Milliarden Euro geschätzt und für 2016 auf 201 Milliarden Euro.

Die stark exportorientierte Branche mit gut einer Million Arbeitsplätzen spürt das verlangsamte Wachstum in China ebenso wie die Sanktionen gegen Russland. Im Gesamtjahr gingen die Aufträge aus Nicht-Euro-Ländern um 3 Prozent zurück. Deutlicher Nachholbedarf bei den Investitionen zeigt sich hingegen in den um 15 Prozent gestiegenen Bestellungen aus dem Euro-Raum - ausgehend von einem niedrigen Niveau, hieß es beim VDMA. Im Dezember hatten gerade Großaufträge aus dem Nicht-Euro-Raum das Auslandsgeschäft auf ein Plus von 17 Prozent getrieben (Inland: 5 Prozent weniger Aufträge).

China-Geschäft schwächelt


Bei den vorliegenden Exportzahlen bis November zeigt sich eine deutliche Verschiebung der Märkte. Das preisbereinigte Exportwachstum von 2,4 Prozent erklärt sich aus gestiegenen Ausfuhren in die USA (plus 12 Prozent) und die EU (plus 6 Prozent), mit denen das schwächelnde China-Geschäft (minus 6 Prozent) mehr als ausgeglichen werden konnte.

Unterschiedlich entwickelten sich im Schlussquartal 2015 die einzelnen Sparten. Hersteller von Turbinen, Fahrtreppen und Aufzügen sowie Maschinen für Bergbau und Verfahrenstechnik konnten Zuwächse (über 20 Prozent) verzeichnen. Einbußen in der gleichen Dimension gab es in der Holzbearbeitung, Gießereien sowie Hütten- und Walzwerktechnik.
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