Volks- und Raiffeisenbanken treffen Vorsorge für Zukunft
Genossen "wetterfest für schwierige Zeiten"

Regensburg. (cf) 231 000 Genossen tragen die 31 Volks- und Raiffeisenbanken in der Oberpfalz. Auch 2014 bauten die genossenschaftlichen Banken ihren Marktanteil aus: auf 25 Prozent bei den Privatkunden- und 19 Prozent bei den Firmenkundenkrediten. Das Vorjahr bescherte ein kräftiges Wachstum von mehr als 3 Prozent bei den Ausleihungen.

Selbst die Spareinlagen erzielten - trotz der Niedrigstzinsen - ein deutliches Plus von 4,2 Prozent auf 14,1 Milliarden Euro. "Dies spricht für das enorme Vertrauen unserer Kunden in die sichere Geldaufbewahrung", sagte der Bezirkspräsident des Genossenschaftsverbands, Maximilian Zepf, am Freitag beim Jahrespressegespräch in Regensburg. Die Kernkapitalquote (Rücklagen und Geschäftsguthaben) stieg von 11,45 auf 12,72 Prozent. Selbst das Ergebnis (Gewinn) vor Ertragssteuern verbesserte sich leicht auf 0,97 Prozent der Bilanzsumme. Zepf könnte also rundum zufrieden sein, wenn die Folgen des Zinstiefs nicht wären ...

Der Bezirkspräsident befürchtet ein weiteres "deutliches" Absinken der Zinsspanne um 0,5 bis 0,6 Prozent von derzeit 2,04 Prozent. Der Zinsertrag stellt die wesentliche Größe für den Gewinn dar, der sich nach der Einschätzung Zepfs nach 2018 nur bei 0,5 Prozent der Bilanzsumme bewegen dürfte: "Da bleibt nicht mehr viel Luft." Die Volks- und Raiffeisenbanken machen sich deshalb "wetterfest für schwierige Zeiten", indem sie an die Kosten rangehen.

Dies betrifft zum einen die Überprüfung des "dichtesten Filialnetzes" aller Geldinstitute in der Oberpfalz, zum anderen befürwortet der Genossenschaftsverband Fusionen der selbstständigen 31 Volks- und Raiffeisenbanken, "wenn die Unternehmenskultur, die Struktur und das Menschliche passen". Synergien sieht Zepf gerade bei Standort-Doppel-Besetzungen. Zusätzliche Chancen biete hier in den nächsten Jahren der Generationswechsel, wenn die Vorstände jeder dritten Genossenschaftsbank in den Ruhestand gehen.

Die genossenschaftlichen Banken der Oberpfalz weisen eine Bilanzsumme von 17,3 Milliarden Euro (plus 3,3 Prozent) auf, angeführt von der Liga-Bank Regensburg mit 4,8 Milliarden Euro. An dritter Stelle folgt die Volksbank Nordoberpfalz mit 963 Millionen, auf Platz sechs die Raiffeisenbank Weiden mit 774 Millionen Euro, auf Platz acht die Volksbank-Raiffeisenbank Amberg mit 725 Millionen Euro. Auf Platz 28 findet sich die Raiffeisenbank Floß mit 87 Millionen, auf Platz 31 die Raiffeisenbank Bruck mit 27 Millionen Euro.
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