Volkswagen
Autobauer plant Batteriefabrik

Zum Ausbau der Elektromobilität erwägt Autobauer Volkswagen den milliardenschweren Bau einer eigenen Batteriefabrik. Diese soll laut Aussagen des Konzerns in Deutschland entstehen. Bild: Sebastian Gollnow/dpa

Definitiv Deutschland: VW-Chef Müller hat nach langen Spekulationen den Aufbau einer eigenen Batterieproduktion in der Heimat des Konzerns fest in Aussicht gestellt. Läuft es konkret auf Salzgitter hinaus?

München/Wolfsburg. Europas größter Autohersteller Volkswagen will seine erste eigene Batteriefabrik in Deutschland bauen und kommt damit Forderungen der Belegschaft entgegen. Vorstandschef Matthias Müller bestätigte auf dem Branchen- "Autogipfel" des "Handelsblatts" am Mittwoch in München, dass das erste Werk des VW-Konzerns für die Stromtanks in der Heimat entstehen soll. Die Arbeitnehmerseite hatte darauf gedrungen. Denn infolge der verstärkten Ausrichtung auf Elektromotoren stehen die VW-Standorte, die Komponenten für den Antriebsstrang von Verbrennungsmotoren fertigen, unter Druck.

Arbeitplatzbedarf offen


Seit geraumer Zeit wird daher bereits darüber spekuliert, ob VW die Batteriefertigung als Ersatz für wegfallende Arbeit im Zuge der stärkeren Elektromobilität auch in Deutschland hochzieht. Betriebsratschef Bernd Osterloh pocht seit längerem darauf, dass auch in Europa - wo der Konzern das meiste Geld verdient - Produktionsstandorte für die Batterien entstehen sollen. Zur Zahl möglicher Mitarbeiter in neuen Werken wollte sich Müller nicht äußern.

Bei den derzeitigen Verhandlungen über einen "Zukunftspakt" zwischen Arbeitgeber und Belegschaft spielt es eine große Rolle, wo und wie der Autobauer künftig seine Ressourcen einsetzt. Mit dem Pakt soll die renditeschwache Pkw-Kernmarke mit dem VW-Logo fit gemacht werden.

Die Beteiligten wollen Leitlinien für einen Personalabbau mit Zusagen für Standorte und Produkte verbinden. Osterloh hatte zuletzt auch ein Scheitern des Pakts nicht ausgeschlossen, sollte es keine Zusagen für den Einstieg in die Batteriefertigung geben. Die Investitionen in neue Werke dürften in die Milliarden gehen. Nach früheren Informationen steht eine Batteriefabrik in Salzgitter auf der Agenda. Das dortige Werk für Verbrennungsmotoren verliert künftig absehbar Arbeit, wenn E-Autos Marktanteile gewinnen. Elektroantriebe sind in der Herstellung weniger arbeitsintensiv als Verbrenner.

Laut Experten sollten die Akkus, die künftig einen großen Anteil der Wertschöpfung an den Autos ausmachen dürften, ohnehin nah an den Fertigungswerken der Fahrzeuge entstehen. Es ergebe keinen Sinn, die teuren und schweren Batterien zentral an einem Ort zu produzieren und dann um die Welt zu schiffen oder zu fliegen, sagte auch BMW-Chef Harald Krüger.

Ansprüche erfüllen


Bei den Diskussionen um Batteriefabriken geht es immer auch um den Grad der Fertigungstiefe in den neuen Werken selbst. Die Zellfertigung an sich ist vielen Unternehmen in der Regel zu teuer. In diese Richtung hatte sich auch VW-Chef Müller zuletzt geäußert. Osterloh mahnte aber immer wieder an, dass ein Konzern wie Volkswagen den Zusammenbau der einzelnen Zellen zur Batterie schon zum Anspruch haben müsse.
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