Volkswagen in der Krise
Europas Hausbank EIB ist auf VW nicht gut zu sprechen

Werner Hoyer, Chef der European Investment Bank (EIB), kündigte am Donnerstag an, dass seine Bank eigene Untersuchungen in der VW-Abgasaffäre einleiten wird. Frisches Geld gibt es für den Weltkonzern aus Wolfsburg vorerst jedenfalls nicht. Bild: dpa

Europas Hausbank ist auf VW nicht gut zu sprechen. Es gibt kein frisches Geld mehr aus Luxemburg. Optimistisch sind die EU-Banker jedoch, was den sogenannten Juncker-Plan angeht.

Brüssel. Nach dem Abgasskandal kann Volkswagen nicht auf Darlehen der Europäischen Investitionsbank (EIB) setzen. "Wir haben entschieden, neue Kredite für Volkswagen vorerst zurückzustellen", sagte EIB-Chef Werner Hoyer am Donnerstag in Brüssel. Um welche Beträge es dabei potenziell gehen könnte, blieb offen. "Die EIB hat eine eigene Untersuchung in dieser Angelegenheit begonnen", so Hoyer. Die EIB ist die Hausbank der EU und fördert unter anderem Infrastruktur- und Energieprojekte sowie Forschung und Entwicklung von Unternehmen.

400 Millionen zurückgezahlt


Es sei nicht ausgeschlossen, dass es eine Verbindung gebe zwischen den "untersuchten Aktivitäten" von VW und einem Teil eines Darlehens aus dem Jahr 2009. Der Kredit in Höhe von 400 Millionen Euro war für Antriebe gewährt worden und wurde laut Hoyer 2014 zurückgezahlt.

Hoyer zeigte sich zuversichtlich, dass die im vergangenen Jahr gestartete milliardenschwere Investitions-initiative der EU ein Erfolg wird. "Ich bin ganz optimistisch, dass wir das machen können." Der sogenannte Juncker-Plan soll bis 2017 öffentliche und private Investitionen von insgesamt 315 Milliarden Euro anschieben, um die Konjunktur anzukurbeln und die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen. Das Geld dafür muss aber vor allem von Privatinvestoren kommen.

EFSI auf dem Weg


Von 315 Milliarden Euro wurden bis Ende Dezember 2015 mehr als 50 Milliarden Euro erreicht, das seien rund 16 Prozent, bilanzierte Hoyer. Kernstück des Plans von Kommissionschef Jean-Claude Juncker ist ein Topf zur Förderung von Investitionen. Der im vergangenen Herbst gestartete "Europäische Fonds für strategische Investitionen" (EFSI) ist mit 21 Milliarden Euro ausgestattet. Von diesen 21 Milliarden Euro wurden 5 Milliarden von der EIB eingezahlt. 16 Milliarden Euro an Garantien kommen aus dem EU-Haushalt.
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