Vorstände der VR-Bank Amberg kritisieren Sulzbach-Rosenberger Raiffeisenbank-Chef Hans Renner
Genossenschaftlicher Ärger

Die Vorstände der VR-Bank, Andreas Reindl und Dieter Paintner (von links), werfen dem Sulzbach-Rosenberger Raiffeisenbank-Chef Hans Renner vor, "nicht zutreffende Aussagen zu verbreiten". Archivbild: Huber

Amberg. (kan) Der Chef der Raiffeisenbank Sulzbach-Rosenberg, Hans Renner, hat sich den Zorn von Dieter Paintner und Andreas Reindl zugezogen. Die Vorstände der VR-Bank Amberg werfen ihrem Kollegen vor, es in seinen Äußerungen zur angestrebten Fusion mit Weiden mit der Wahrheit nicht so genau genommen zu haben.

Die Volksbank-Raiffeisenbank Amberg und die Volksbank Nordoberpfalz in Weiden streben eine Verschmelzung an. Bei der Vertreterversammlung der Raiffeisenbank Sulzbach-Rosenberg machte deren Vorstandsvorsitzender Hans Renner dies zum Thema. Was er dazu gesagt hat, stand danach sowohl in der Amberger als auch in der Sulzbach-Rosenberger Zeitung. Schlagzeile: "Fusion zerstört alle Visionen".

Paintner und Reindl äußerst irritiert

Über das, was Renner im Gasthof Heldrich in Forsthof von sich gab, zeigten sich Paintner und Reindl in einer schriftlichen Erklärung "äußerst irritiert". Vor allem über Renners Behauptung, Visionen zu einer Landkreisgenossenschaft Amberg-Sulzbach seien nie ernsthaft verfolgt worden, und darüber hinaus über seine Anmerkungen zur Kundennähe einer neuen VR-Bank.

2002 Fusion angestrebt

In diesem Zusammenhang verweisen die Amberger Vorstände auf die Berichterstattung in der AZ vom 1. August 2002 unter der Überschrift "Amberg und Sulzbach vor der Fusion". In diesem Artikel war davon die Rede, dass die VR-Bank und die Genossenschaft der Nachbarstadt einen Zusammenschluss anstreben würden. Wörtlich hieß es damals in unserer Zeitung: "Die Aufsichtsgremien sind in die Pläne bereits eingeweiht und haben ihre Zustimmung signalisiert." Auch im Hinblick auf den weiteren Zeitverlauf, betonen Paintner und Reindl, sei Renners Aussage nicht zutreffend. Gleichzeitig bitten sie "um Verständnis, dass tiefergehende und jederzeit belegbare Informationen aus Gründen der Geheimhaltungspflicht nicht veröffentlicht werden können".

Fusion wurde nicht weiterverfolgt

Spätestens im November 2012, das wiederum sagen Paintner und Reindl auch öffentlich, wurde eine Fusion "auf Wunsch der Sulzbach-Rosenberger nicht mehr weiterverfolgt". Gemäß dem Motto "Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt" wäre aus Sicht der Amberger Vorstände nach der damaligen "klaren Absage" nun Hans Renner am Zug gewesen. "Genügend Zeit hierfür wäre jedenfalls zur Verfügung gestanden."

Er selbst dünnt aus

"Große Verwunderung" in Amberg hat Renner mit den von ihm formulierten Sorgen um die genossenschaftlichen Wurzeln und Kundennähe der neuen VR-Bank hervorgerufen. Paintner und Reindl können sich in ihrem Konter darauf eine Portion Sarkasmus nicht verkneifen: "Getreu dem Motto ,Die Bank in Ihrer Nähe' dünnt er aber selbst sein eigenes Geschäftsstellennetz auffällig aus."

Verbreitung von nicht zutreffenden Aussagen

In ihrem Schreiben an die Redaktion halten die beiden Amberger Vorstände dann fest: "Es ist schon etwas obskur, wenn Renner nicht zutreffende Aussagen verbreitet, obwohl es im Kreisverband mindestens acht besser wissende Kollegen gibt. Ein Rückblick ans Ende des Jahres 2012 wäre hier sicher sehr hilfreich." Eigentlich, fügen Andreas Reindl und Dieter Paintner abschließend hinzu, ist es "nicht unser Stil, auf öffentliche Aussagen einzelner korrigierend zu reagieren" - dies aber nur so lange, "wie das Ansehen unserer Bank nicht beschädigt wird".
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