VW beginnt kommende Woche mit dem Rückruf in Deutschland
Ab in die Werkstatt

Wolfsburg. Mit dem wuchtigen Pick-up Amarok will VW den Mammutrückruf im Zuge des Abgas-Skandals jetzt in Angriff nehmen. Bereits am 28. oder 29. Januar könnte VW die ersten Halter mit dem betroffenen 2,0-Liter-Dieselmotor in die Werkstätten rufen, sagt ein Sprecher. Hierzu wichtige Fragen und Antworten:

Müssen die betroffenen Autobesitzer selbst aktiv werden?

Nein, VW wird die Halter von sich aus in zwei zeitlich versetzten Schreiben informieren. Die ersten Kunden dürften in den kommenden Tagen Post bekommen. Die Adressen liefert das Kraftfahrtbundesamt (KBA). Post bekommen auch die Audi-, Seat- und Skoda-Besitzer.

Welche Modelle ruft der Konzern zuerst in die Werkstatt?

Den Anfang machen im ersten Quartal konzernweit die Motoren mit zwei Litern Hubraum. VW startet mit dem Amarok. Zum Ende des zweiten Quartals sollen die 1,2-Liter-Motoren folgen. Ab dem dritten Quartal will der Konzern die 1,6-Liter-Motoren abarbeiten. Der Passat folgt mit Abstand dem Amarok. Auch dann werden aber noch nicht alle betroffenen Passat berücksichtigt. Wann diese und weitere Modelle wie der Golf genau folgen, sagte VW noch nicht. Audi beginnt die Aktion ab Anfang März mit einer Motorenvariante vom 2.0 TDI im A4. "Danach geht es mit anderen Zweilitervarianten weiter", so Audi-Sprecher Udo Rügheimer.

Wie lange dauern die Arbeiten?

Die Arbeitszeit soll für die Zweilitermotoren eine halbe Stunde betragen, besagt ein VW-Papier. Denn wie auch bei den 1,2-Liter-Maschinen reicht eine Software-Änderung. Bei den 1,6-Liter-Motoren muss auch noch ein Bauteil montiert werden. Das soll in weniger als einer Stunde erledigt sein. VW bietet bei Bedarf allen eine angemessene und kostenfreie Ersatzmobilität.

Kann ein betroffener Halter die Werkstatt frei wählen?

Nur Vertragswerkstätten sind für die Nachbesserungen nach Vorgabe des Herstellers autorisiert. Laut VW können sich Betroffene diese aber frei wählen.

Müssen sich Besitzer betroffener Fahrzeuge am Rückruf beteiligen?

"Der Hersteller ist verpflichtet, die Abgasmanipulation zu beseitigen", sagt KBA-Sprecher Stephan Immen. Deshalb sollten auch die betroffenen Besitzer mitwirken. Konnten die geforderten Änderungen nicht durchgeführt werden, weil der Halter sich zum Beispiel geweigert hat, seinen Wagen in die Werkstatt zu bringen, erlischt im Zweifel die Betriebserlaubnis für das Fahrzeug. Das Auto darf dann nicht mehr im Straßenverkehr bewegt werden.

Wie erkennen Käufer von Gebrauchtwagen in Zukunft, ob das Auto bereits nachgebessert wurde?

Im Bereich der Reserveradmulde im Kofferraum wird ein Aufkleber auf die Nachbesserung hinweisen, informiert VW. Zudem fließen die Änderungen in die elektronische Fahrzeughistorie ein, die VW-Werkstätten auslesen können. Auch im Serviceplan des Autos wird dies eingetragen.
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