VW-Betriebsrat sieht Konzern in Vertrauenskrise

Bernd Osterloh. Bild: dpa
Die falschen Angaben zum Spritverbrauch sind im Abgas-Skandal nach Einschätzung von Bernd Osterloh, dem Vorsitzenden des Betriebsrats, die größte Gefahr für die Verkäufe der Marke VW. "Das Thema CO2 hat eine Vertrauenskrise ausgelöst", sagte Osterloh am Freitag in Wolfsburg. Für die Kunden seien die zu niedrig angegebenen CO2- und damit auch Spritverbrauchswerte bei 800 000 Autos des VW-Konzerns viel entscheidender als die Manipulationen beim Stickoxidausstoß, die zuerst bekannt geworden waren. "Es gibt eine Kaufzurückhaltung", sagte Osterloh. Mit den erwarteten Verkaufsrückgängen hänge auch die Entscheidung zusammen, die Mitarbeiter des Wolfsburger Werks länger in den Urlaub zu schicken als üblich. Die VW-Tochter Audi will die Werksferien nach Angaben eines Sprechers dagegen nicht verlängern.

Die rund 120 000 Mitarbeiter im Haustarifvertrag von Volkswagen müssen als Folge des Abgas-Skandals auf eine üppige Bonuszahlung verzichten. "Zehn Prozent von null ist null", sagte VW-Betriebsratschef Osterloh. Normalerweise werden im Frühjahr zehn Prozent des operativen Gewinns der Pkw-Kernmarke auf die Haustarif-Beschäftigten aufgeteilt. Er erwarte aber im Gegenzug vom Vorstand, dass auch dessen Mitglieder bei ihren Bonuszahlungen deutlich zurückstecken. Für das Jahr 2014 hatte Volkswagen im vergangenen März rückwirkend je 5900 Euro Prämie an seine Haustarif-Mitarbeiter ausgeschüttet.
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