VW-Konzern verliert an Fahrt

Aufwärts geht es für den VW-Konzern immer noch, aber langsamer. Das hat die Halbjahresbilanz gezeigt. Archivbild: dpa

Nach einem starken Jahresauftakt geht VW vom Gas. Der Konzern kassierte seine Verkaufsprognose für das laufende Jahr. Ein Grund für den Gegenwind ist China. Sorgen gibt es aber auch anderswo genug.

Die Flaute bei den Verkäufen in China und Einbrüche auf weiteren Absatzmärkten setzen dem VW-Konzern zu. Europas größter Autobauer legte am Mittwoch eine durchwachsene Halbjahresbilanz vor und kassierte seine Verkaufsprognose. Demnach traut sich Volkswagen für 2015 nur noch Auslieferungen auf Vorjahresniveau zu. Im zweiten Quartal fiel der Überschuss des Konzerns mit zwölf Marken um 16 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro. Nach den ersten sechs Monaten summierte sich der Überschuss auf 5,66 Milliarden Euro, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Minus von knapp einem Prozent.

Südamerika und Russland

China ist der wichtigste Markt für den VW-Konzern, der im Reich der Mitte ein gutes Drittel des Gesamtabsatzes macht. Die Halbjahresbilanz nennt zudem "Belastungen" aus Südamerika und Russland, wo es seit Monaten tiefe Absatzeinbrüche gibt. Beziffert werden diese Rückschläge aber nicht. Beim Umsatz profitierten die Wolfsburger weiter vom schwachen Euro, so dass dieser im Quartal trotz des geringeren Absatzes um rund zehn Prozent auf 56 Milliarden Euro stieg. Zum Halbjahr steht bei den Erlösen ein Plus von zehn Prozent: 108,8 Milliarden Euro kamen bis Ende Juni zusammen.

Voran kam die Kernmarke VW-Pkw, die in dem Konzern für rund die Hälfte der zuletzt gut zehn Millionen Fahrzeugverkäufe pro Jahr steht. Die Marke steigerte ihren Gewinn vor Zinsen und Steuern auf gut 1,4 Milliarden Euro, was im Halbjahresvergleich ein Plus von 41 Prozent ist. Auch die Renditeperlen Porsche und Audi legten zu. Sie stehen zusammen für zwei Drittel des Betriebsgewinns im Konzern. Das Sorgenkind Seat, zuvor Jahre in den roten Zahlen, machte , wie schon im ersten Quartal, einen kleinen Gewinn.

Deutliches Plus beim Ebit

Konzernweit verbesserte sich der operative Gewinn (Ebit) im ersten Halbjahr um rund 10 Prozent auf 6,8 Milliarden Euro. Jedoch war das Plus im Auftaktquartal mit 17 Prozent höher ausgefallen und sackte im zweiten Quartal auf nur noch rund fünf Prozent Verbesserung ab. Ende Juni hatte der VW-Konzern 597 800 Mitarbeiter, davon 273 900 im Inland. Weltweit gibt es nur wenige Unternehmen, die mehr Beschäftigte haben als der größte private Arbeitgeber in Deutschland. Dazu gehören etwa die amerikanische Handelskette Walmart und der asiatische Elektroriese Foxconn.
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