VW-Patriarch Piëch rückt von Winterkorn ab

Laut "Spiegel" scheint das Tischtuch zwischen VW-Aufsichtsratschef Piëch und VW-Vorstandsboss Winterkorn zerschnitten. Damit stünde eine Führungskrise im Raum.

"Ich bin auf Distanz zu Winterkorn", sagte der Volkswagen-Patriarch und Aufsichtsratsvorsitzende Ferdinand Piëch dem "Spiegel". Piëch hatte die Konzernspitze vor Winterkorn selber geführt, zu dem er lange ein großes Vertrauensverhältnis besaß. Die Familien Porsche und Piëch besitzen die Stimmenmehrheit bei Volkswagen.

Winterkorns Vertrag läuft Ende 2016 aus, dann geht er auf die 70 zu. Piëch wird Ende April 78. Insider berichteten zuletzt übereinstimmend, dass Winterkorn Piëch an der Spitze des Kontrollgremiums ablösen dürfte. Nur der Zeitpunkt schien unklar. So ließ auch Winterkorn zuletzt offen, ob für ihn eine Vertragsverlängerung infrage kommt. Vor diesem Hintergrund hat nun ein weiterer Satz von Piëch Gewicht. Dem "Spiegel" sagte er: "Ich strebe an, dass an die Spitze des Aufsichtsrats und des Vorstands die Richtigen kommen." Der "Spiegel" schreibt, dass die Entscheidung, wer Volkswagen in Zukunft lenkt, erst 2017 falle; und zwar "kurz vor meinem Ausscheiden", wie Piëch sagte. Die Kandidaten dafür seien bereits im Unternehmen. In Vorstand und Aufsichtsrat müssten jeweils Techniker die Führung bekleiden.

Der "Spiegel" führt für die Verstimmung auch die Probleme an, vor denen Volkswagen steht. Die Gewinnkraft der Kernmarke VW-Pkw hinkt der Konkurrenz hinterher. Daher greift seit Sommer ein Sparprogramm. In den USA fehlen die richtigen Modelle, so dass VW seit Jahren im zweitgrößten Markt der Welt Anteile verliert. Diese Probleme werden aber verdeckt durch den insgesamt seit Jahren laufenden Rekordkurs des Konzerns. Der VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh stellte sich hingegen ebenso demonstrativ hinter Winterkorn wie der VW-Aufsichtsrat und niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD).
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