Wachstum mehr als verdoppelt
Konjunkturmotor läuft

Die Unterbringung von Flüchtlingen wirkt als Wachstumsmotor. Bild: dpa

Wiesbaden. Die deutsche Wirtschaft hat trotz der Abkühlung der Weltkonjunktur zum Jahresanfang den Turbo eingeschaltet. Angetrieben von der Konsumfreude der Verbraucher und begünstigt vom milden Winter stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 0,7 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte.

Es war das stärkste Wachstum seit zwei Jahren und mehr als von Ökonomen erwartet. Im vierten Quartal 2015 war die Wirtschaftsleistung noch um 0,3 Prozent gewachsen. Wachstumsmotor waren zum Jahresanfang nach vorläufigen Berechnungen der Behörde der Privatkonsum und die staatlichen Ausgaben unter anderem für die Unterbringung und Integration Hunderttausender Flüchtlinge. Die Bauwirtschaft profitierte vom guten Wetter. Auch die Investitionen der Unternehmen in Ausrüstungen stiegen deswegen deutlich. Der Außenhandel dämpfte hingegen das Wachstum, weil die Importe stärker stiegen als die Exporte.

"Auf die Binnendynamik ist unverändert Verlass, während der Außenhandel in einem weiter eher schwierigen internationalen Umfeld das Wachstum erneut belastete, aber wohl nur moderat", erklärte Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der staatlichen Förderbank KfW. Vielen Verbrauchern sitzt das Geld seit Monaten locker, weil Sparen kaum noch belohnt wird und die gesunkenen Energiepreise die Haushalte zusätzlich entlasten. Ökonomen erwarten aber, dass die deutsche Wirtschaft ihr hohes Tempo im zweiten Quartal nicht halten kann. Dagegen spreche unter anderem die schwache Nachfrage aus Schwellenländern und der nachlassende Schub der Euro-Abwertung 2014, argumentierte Krämer. Zudem schwächelt der chinesische Markt.
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