"Weiden: ""Krapf & Lex Maschinen- und Anlagenbau"" nach 65 Jahren insolvent - Hiobsbotschaft für 29 Mitarbeiter"
"Krapf & Lex" nach 65 Jahren insolvent

Seit 2009 steht der Anlagenbauer "Krapf & Lex" unter neuer Führung. Aufträge hat die Firma reichlich. Eine Fehlinvestition führte allerdings dazu, dass die Traditionsfirma nun Insolvenz anmelden musste. Bild: Hartl

Weiden. (mte) Ausgerechnet vor Weihnachten kam die Hiobsbotschaft für die 29 Mitarbeiter von "Krapf & Lex Maschinen- und Anlagenbau" bei einer Betriebsversammlung: Die Firma ist insolvent. Am 9. Dezember ging der entsprechende Antrag beim Weidener Amtsgericht ein, bestätigt Insolvenzverwalter Florian Schott.

"Über solch eine Nachricht freut sich keiner, erst recht nicht kurz vor Weihnachten", sagt der Rechtsanwalt. "Entsprechend herrschte eine betretene Stimmung bei der Betriebsversammlung", erinnert sich Schott. Den Kopf in den Sand stecke aber keiner. Im Gegenteil. "Ich hatte den Eindruck, die Mitarbeiter wollen das Beste daraus machen." Das sei insofern gut, denn es werde weitergearbeitet wie gehabt. Zunächst sichere das Insolvenzausfallgeld den Lohn für die folgenden drei Monate. Lohnrückstände gebe es bislang nicht. "Hier scheint ordentlich gearbeitet worden zu sein", bestätigt Schott.

Konzentration auf Kernkompetenzen

Überhaupt habe er einen positiven ersten Eindruck gewonnen. Gerade im Kernbereich der Firma sei gut gewirtschaftet worden. Vermutlich habe diese eine Investition im Sektor der erneuerbaren Energien zur Insolvenz geführt. "Da ist sehr viel Liquidität verflossen", sagt Schott. Das bestätigt auch Geschäftsführer Michael Werth. Er nennt Stichworte wie Prozesswärme. "Das finden viele sehr gut. Aber am Ende sind die Entscheider in den Köpfen noch nicht bereit für eine Energiewende", hat Werth erfahren müssen. Die Folge: "Wir haben viel in das neue Geschäftsfeld investiert und - ähnlich wie die Photovoltaikbranche - erhebliche Verluste eingefahren." In dem Bereich sei die Firma nun aber nicht mehr tätig.

Vielmehr konzentriert sie sich auf ihre Kernkompetenzen. Wie es aber genau um die Chancen zum Erhalt des Betriebes steht, wie die Zukunftsperspektiven aussehen und was mit den Arbeitsplätzen passiert, ist eine gute Woche nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens noch offen. Verwalter Schott arbeitet sich noch ein. Geschäftsführer Michael Werth sagt derweil: "Die Weiterführung ist das klare Ziel." Mit ihm? "Ich weiß noch nicht, wie es mit mir persönlich weitergeht."

Vier Geschäftsbereiche

Der Diplom-Ingenieur trat 2009 als geschäftsführender Gesellschafter der Geschäftsleitung bei. Damals zählte der Anlagenbauer 40 Mitarbeiter. Es waren Neueinstellungen angedacht. Zugleich erwarb Werth mit seiner MW-Beteiligungen GmbH die Firma, die 1949 Ernst Krapf und Eduard Lex als KG in Weiden in der Bahnhofstraße gegründet hatten. 1953 zog der Anlagenbauer auf das Gelände in der Pressather Straße. Nach diversen baulichen Erweiterungen untergliederte sich die Firma 1993 in "Krapf & Lex Verkehrstechnik" und "Krapf & Lex Oberflächentechnik". Es ist die letztgenannte, die sich heute "Krapf & Lex Anlagenbau" nennt, von Werth (58) geführt wird und Insolvenz angemeldet hat. Das umfangreiche Tätigkeitsfeld des Anlagenbauers gliedert sich in vier Geschäftsbereiche: Oberflächen- und Versorgungstechnik, Umwelttechnik und Industrial IT.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.