Wenig Transparenz: Kritik an neuen Kennzeichnungsregeln für Lebensmittel
"Lizenz zum Weiterschummeln"

Eine "Lizenz zum Weiterschummeln" nennen Verbraucherschützer die neuen Regeln zur Kennzeichnung von Lebensmitteln Bild: dpa
Neue Regeln für die Kennzeichnung von Lebensmitteln stoßen bei Verbraucherschützern und der Ernährungsbranche auf Kritik. Am 13. Dezember treten strengere EU-weite Vorschriften in Kraft, die Kunden besser vor Täuschungen schützen sollen.

Dazu gehören konkrete Vorgaben für Mindestschriftgrößen und eine deutlichere Hervorhebung des Einfrierdatums oder allergieauslösender Zutaten wie Nüsse oder Soja. Direkt neben dem Produktnamen muss künftig angegeben werden, wenn ein Produkt Imitate wie zum Beispiel Pflanzenfett anstelle von Käse als Pizzabelag enthält. Vorgeschrieben werden auch Aufdrucke wie "aus Fleischstücken zusammengefügt". Die Verbraucherorganisation Foodwatch kritisierte, die neuen Regeln brächten zu wenig Transparenz. "Die Lebensmittelindustrie hat sich in Brüssel die Lizenz zum Weiterschummeln besorgt", sagte Expertin Lena Blanken. Aufschriften blieben für viele kaum lesbar. Kunden würden bei den meisten Lebensmitteln auch weiterhin nicht über die Herkunft der wichtigsten Zutaten informiert.

Die Dachorganisation "Die Lebensmittelwirtschaft" warnte vor einem hohen Aufwand gerade für kleinere Unternehmen, bis 2016 zusätzliche Informationen für die Verbraucher bereitzustellen. Dies gefährde Handwerker und Dienstleister wie Restaurants, Bäcker oder Caterer, aber auch den Online-Handel mit Lebensmitteln, sagte Geschäftsführer Stephan Becker-Sonnenschein.
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