Wenn die Banker Trauer tragen

Für die beim EZB-Stresstest durchgefallenen Geldinstitute kommt es jetzt knüppeldick. Nach rasantem Kurssturz traf es das 1472 gegründete italienische Traditionshaus Monte dei Paschi besonders hart.

Die Aktie von Monte dei Paschi wurde nach einem Kurseinbruch vom Handel ausgesetzt. Monte dei Paschi ist eines von neun italienischen Geldinstituten, die den Test nicht bestanden haben. Die Bank braucht nach EZB-Berechnungen 2,1 Milliarden Euro frisches Kapital. Auch die Aktie der Banca Carige aus Genua stürzte um fast 18 Prozent ab. Dieser Bank fehlen 814 Millionen. Die Anteilsscheine der Banca Popolare di Milano, die im Test ebenfalls als nicht fit genug eingestuft worden war, gingen um mehr als 4 Prozent zurück.

"Während Spanien in den vergangenen Jahren viel unternahm, um seine Volkswirtschaft auf Vordermann zu bringen, blieb Italien auf der Strecke. Der Stresstest ist vor allem also auch ein Warnruf an die italienische Regierung", erklärte Thomas Gitzel, Chefökonom der VP-Bank-Gruppe.

Die Freude über den gelungenen Banken-Stresstest wich unterdessen in Deutschland schnell der Ernüchterung, auch unter dem Eindruck des sich ausweitenden Stimmungtiefs in der deutschen Wirtschaft, die der Ifo-Index aufzeigte. So waren die Titel der Commerzbank zwar in den ersten Minuten noch um mehr als 9 Prozent in die Höhe geschnellt, die Aktien der Deutschen Bank hatten in der Spitze um über 3 Prozent gewonnen. Von den weiter fallenden Börsen wurden sie dann aber mitgerissen. Auch die meisten anderen europäischen Banken büßten an Wert ein und tendierten zuletzt überwiegend schwächer. So verloren Banco Santander aus Spanien 2,23 Prozent sowie die Société Générale und BNP Paribas aus Frankreich 2,24 beziehungsweise 1,58 Prozent.
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