Wettbewerb wegen Fernbus-Konkurrenz schärfer geworden
Bahn erhöht Preise im Regionalverkehr

Bahn-Vorstand Ulrich Homburg kündigte am Montag die neuen preise an. Bild: dpa

Bahnfahrer müssen auf kurzen Strecken künftig mehr bezahlen, im Fernverkehr bleiben die Preise dagegen zumindest in der zweiten Klasse stabil. Wegen der Fernbus-Konkurrenz ist der Wettbewerb schärfer geworden.

Die Deutsche Bahn lässt die Fahrpreise in der zweiten Klasse des Fernverkehrs unverändert, dreht aber im Regionalverkehr an der Preisschraube. Im Regionalverkehr werden Fahrkarten ab 14. Dezember im Schnitt um 1,9 Prozent teurer. In der ersten Klasse des Fernverkehrs kosteten Tickets dann 2,9 Prozent mehr, kündigte Personenverkehrsvorstand Ulrich Homburg am Montag in Berlin an. Fahrgäste im ICE können dann in der ersten Klasse über WLAN kostenlos im Internet surfen. In der zweiten Klasse wird das kostenlose WLAN voraussichtlich 2016 eingeführt. Homburg kündigte an, dass Kunden, die mit Kreditkarte und dem Internet-Bezahldienst Paypal bezahlen, künftig für Zahlungen ab 50 Euro eine Gebühr entrichten müssen. Abgeschafft wird die Servicegebühr von fünf Euro für Kunden, die im Reisezentrum bestimmte Sonderpreise buchen.

Für 80 Prozent der Fahrten machen die Preise im Nahverkehr die regionalen Verkehrsverbünde, in denen Länder und Kommunen sitzen. Einzelne Verbünde haben in den vergangenen Monaten Erhöhungen von über drei Prozent angekündigt.

Die Bahn erhöht die Ticketpreise damit trotz steigender Energie- und Personalkosten deutlich langsamer als in den Vorjahren. Als einen Grund nannte Homburg die Konkurrenz durch Fernbusse. "Wir wollen unseren treuen Kunden zeigen, dass wir schon mitbekommen haben, dass die Wettbewerbssituation eine andere ist." Die Bahn werde sich aber nicht auf einen Preiskampf einlassen. Homburg musste im Sommer zugeben, die neue Konkurrenz unterschätzt zu haben, als Anfang 2013 der Markt für Busstrecken über 50 Kilometer geöffnet wurde.

Die Bahn-Fahrpreise waren in den vergangenen Jahren unterm Strich stärker gestiegen als die Teuerungsrate, was meistens mit höheren Energie- und Personalkosten begründet wurde. 2013 aber erhöhte der Konzern im Fernverkehr mit einem Zuschlag von 1,3 Prozent die Preise schwächer als im Regionalverkehr (2,9 Prozent).

Streiks möglich

Kurz nach der diesjährigen Preisrunde drohen Fahrgästen wieder Streiks. Die Tarifverhandlungen der Bahn mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) waren am Donnerstag gescheitert. Die GDL fordert fünf Prozent mehr Lohn und eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit. Außerdem will sie auch für andere Berufsgruppen bei der Bahn verhandeln dürfen, die bisher von der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) vertreten werden. Die Mitglieder der GDL sind zu einer Urabstimmung über weitere Streiks aufgerufen. Am Donnerstag will die GDL das Ergebnis bekanntgeben.
Weitere Beiträge zu den Themen: Berlin (7520)September 2014 (8406)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.