Wiegel Feuerverzinken GmbH & Co KG lässt sich in Wernberg-Köblitz nieder
"West" punktet bei Großbetrieb

Enorme finanzielle Vorleistungen hatte die Marktgemeinde für das Industriegebiet "West II" zu schultern. Das zahlt sich aus: In Wernberg-Köblitz siedelt sich das Unternehmen Wiegel an. Zehn Millionen Euro werden in den neuen Standort für eine Feuerverzinkerei und eine Anlage zur Pulverbeschichtung von Stahl investiert. Bild: Völkl

Wernberg-Köblitz ist bereits der 35. Standort, "aber so eine schnelle Gemeinde hatten wir noch nie als Verhandlungspartner", so Geschäftsführer Harald Füchtenbusch. In wenigen Tagen war der Grundstückskauf für die Zehn-Millionen-Investition der Wiegel Feuerverzinken GmbH & Co KG perfekt.

Wernberg-Köblitz. (cv) Bürgermeister Georg Butz strahlt: An Kaufpreis fließen für das 25 000 Quadratmeter große Gelände im Gewerbe- und Industriegebiet West II 875 000 Euro in die Gemeindekasse. Im Endausbau sollen 80 Arbeitsplätze entstehen.

Drei Umweltpreise

Die Wiegel-Gruppe mit Sitz in Nürnberg steht für Feuerverzinken, Pulverbeschichten, Gittermastbau. Das vor 60 Jahren in Franken von Hans Wiegel gegründete Familienunternehmen wird als GmbH& CoKG von den Enkeln Alexander und Michael Hofmann sowie drei Geschäftsführern geleitet. Der Firmenverbund agiert an 34 Standorten, vornehmlich in Deutschland, Österreich, Tschechien und der Slowakei. Stolz ist Wiegel auf die Umweltpreise der Stadt Nürnberg, des Freistaats Bayern und des Nachbarlandes Tschechien.

Geschäftführer Harald Füchtenbusch skizziert die Geschäftsstrategie des Unternehmens: "Unser Ziel ist es, den jeweiligen regionalen Markt zu bedienen". In Wernberg-Köblitz ist das der Bereich zwischen Nürnberg und Pilsen. Die Orte in der Oberpfalz, die Kunden im Einzugsbereich der Autobahnachsen A 93 und A 6 hat Wiegel im Auge.

Wernberg-Köblitz punktet

Das Unternehmen recherchierte, stieß auf die Wernberg-Köblitzer Homepage. Am 5. November ein Griff zum Telefon. Noch am selben Tag kam ein Treffen in der Gemeindeverwaltung zustande und am Tag darauf ließ Wiegel mitteilen, dass die Kommune einen Verkaufsentwurf ausarbeiten könne. Nach dem Notar-Termin ist der Kauf nun unter Fach und Dach. "Das war schnelle und präzise Arbeit der Gemeinde. Da haben wir dann auch von unserer Seite nicht spekuliert", so Harald Füchtenbusch. Drei weiteren Standorte, die Wiegel noch ins Auge gefasst hatte, wurden nicht mehr ernsthaft weiterverfolgt.

Nachdem Wiegel anfangs nur eine Feuerverzinkerei bauen wollte, entschied sich das Unternehmen während der Kaufverhandlungen, auch den Bereich Pulverbeschichtung zu integrieren. Aus 15 000 wurden 25 000 Quadratmeter.

60 Arbeitsplätze sollen in der Feuerverzinkerei und 20 in der Pulverbeschichtung entstehen. Dazu werden zum Teil Fachkräfte aus dem Metallbereich benötigt, aber vor allem auch Helfer, die zu Feuerverzinkern geschult werden. Wiegel bedient mit seinem Angebot Schlosser und Metallbauer ebenso wie Kunden im Serienbereich.

Herbst 2015 Baubeginn

Das Unternehmen geht nun auf das Landratsamt zu, da der Neubau nach dem Bundesemissionsschutzgesetzverfahren genehmigt werden muss. Füchtenbusch hofft, dass es Mitte nächsten Jahres abgeschlossen werden kann. Baubeginn wäre dann im Herbst 2015. Produktionsbeginn könnte sechs Monate später, im Frühjahr 2016, sein. (Hintergrund)
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