WirtschaftsministerGabriel besucht sozialistischen Inselstaat
„Made in Germany“ für Kuba

Alte Häuser, alte Autos: Dafür ist Kuba derzeit vor allem bekannt. Bild: dpa

Berlin. Mit dem ersten Besuch eines Bundeswirtschaftsministers seit 15 Jahren in Kuba will Deutschland engere Bande zu dem reformwilligen sozialistischen Karibikstaat knüpfen. Vor dem Abflug sagte Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) in Berlin, beide Länder würden von engeren Wirtschaftskontakten profitieren: "Der Erneuerungs- und Investitionsbedarf in Kuba ist hoch und Produkte ,Made in Germany' genießen dort einen hervorragenden Ruf." Deutsche Unternehmen könnten Kuba insbesondere in den Bereichen Energie, Gesundheit oder Maschinen- und Anlagenbau sehr gute Lösungen anbieten.

"Die deutsche Wirtschaft bleibt auf dem kubanischen Markt bislang unter ihren Möglichkeiten. Spanische, italienische und französische Betriebe liegen bei Geschäften vorn", sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Martin Wansleben. Nach jahrzehntelanger Eiszeit hatten Washington und Havanna im Sommer ihre diplomatischen Beziehungen wieder aufgenommen. Dennoch müssen deutsche Firmen, die in den USA aktiv sind und nun auch in Kuba Geschäfte machen wollen, vorsichtig bleiben, weil ihnen trotz der Annäherung weiterhin US-Sanktionen drohen können. Bisher sind erst etwa 50 deutsche Firmen in Kuba aktiv.

Wirtschaftsvertreter beklagen eine mangelnde Rechtssicherheit und hohe Einfuhrzölle. Der deutsch-kubanische Handel hatte 2014 nur einen Wert von 224 Millionen Euro. In der Rangliste deutscher Exportländer lag Kuba damit auf Platz 101.
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