Wirtschaftsnotizen

Defizitstreit: Brüssel droht

Im Tauziehen um das ausgeuferte französische Defizit schreckt die EU-Kommission nicht vor möglichen Geldbußen zurück. Diese könnten verhängt werden, falls Verhandlungen bis zum nächsten März ohne Resultate blieben. Das machte EU-Währungskommissar Pierre Moscovici am Dienstag vor Europarlamentariern in Brüssel deutlich. Die Behörde hatte Frankreich für weitere Reform- und Sparschritte noch einmal eine Frist bis März eingeräumt. Die Behörde setzt damit auch die hochverschuldeten Euro-Länder Belgien und Italien unter Druck. Moscovici wehrte sich gegen Vorwürfe, wonach die großen Euro-Länder Italien, Frankreich und Deutschland niemals damit rechnen müssten, von Brüssel bestraft zu werden. Da Frankreich schon seit 2009 im Defizitverfahren ist, droht eine Geldstrafe von vier Milliarden Euro. (dpa)

Deutsche Gasspeicher voll

Die Gasspeicher in Deutschland sind zu Beginn des Winters sehr gut gefüllt. Bundeskartellamt und Bundesnetzagentur berichteten am Dienstag in ihrem "Monitoringbericht Energie 2014", mit einem Füllstand von knapp 97 Prozent sei die Bevorratung zum Stichtag 1. November im Vergleich zu den Vorjahren sogar "außergewöhnlich hoch". Im vergangenen Jahr waren die Gasspeicher zu knapp 90 Prozent gefüllt. Die Versorgungssicherheit sei durch neue Erdgasspeicher erhöht worden. Mit den gespeicherten Mengen können längere Lieferengpässe überbrückt werden. (dpa)

OECD kritisiert Korruption

Große Unternehmen zahlen einer Studie zufolge auf internationaler Ebene am häufigsten Schmiergeld. Dies geschehe in der Regel mit Wissen der Geschäftsleitung, heißt es im ersten Bericht zur Auslandsbestechung, den die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am Dienstag veröffentlichte. Grundlage ist die Auswertung von mehr als 400 Fällen, in denen seit 1999 wegen Bestechung ausländischer Amtsträger ermittelt wurde. Im Schnitt wurden laut OECD 14 Millionen US-Dollar Bestechungsgeld gezahlt. Die Adressaten waren eher in wohlhabenderen Staaten als in Entwicklungsländern zu finden. Die untersuchten Fälle seien nur die Spitze des Eisbergs. OECD-Generalsekretär Angel Gurría forderte schärfere Kontrollen und Strafen. (epd)

Russland vor Rezession

Angesichts des sinkenden Ölpreises und geopolitischer Spannungen rechnet das russische Wirtschaftsministerium für Anfang 2015 mit einer Rezession. Für das erste Quartal des kommenden Jahres senkte das Ministerium seine Konjunkturprognose auf minus 0,8 Prozent, sagte Vizeminister Alexej Wedew am Dienstag. Zuvor hatte die Regierung noch ein Wachstum von 1,2 Prozent erwartet. In der zweiten Jahreshälfte dürfte die russische Wirtschaft aber wieder schwarze Zahlen schreiben, meinte Wedew. (dpa)

"DeinBus": Verkauf offen

Die Entscheidung über einen Verkauf des insolventen Fernbusanbieters "DeinBus.de" soll vor Weihnachten fallen. Die Gespräche mit potenziellen Investoren liefen, teilte der vorläufige Insolvenzverwalter Christian Feketija am Dienstag mit. "DeinBus" mit Sitz in Offenbach hatte im November wegen drohender Zahlungsunfähigkeit Insolvenz angemeldet. Das Verfahren soll Anfang Januar eröffnet werden. Damit würde formal der Weg frei für einen Verkauf. (dpa)
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