Wirtschaftsnotizen

Sittenwidriger Stundenlohn

Ein Stundenlohn von 3,40 Euro brutto für eine Schulbusbegleiterin ist sittenwidrig. Das hat das Landesarbeitsgericht in Düsseldorf entschieden und der Klägerin mehr als 4300 Euro Nachschlag für Lohn und Urlaub zugesprochen (Az.: 8 Sa 764/13) . Die Frau habe gut acht Monate lang mit einer Busfahrerin behinderte Kinder abgeholt, zur Schule und wieder nach Hause begleitet, teilte das Gericht am Dienstag mit. Das Schulbusunternehmen hatte den Einsatz mit einer Pauschale von 7,50 Euro pro Tour vergütet. Für eine Arbeitszeit von knapp viereinhalb Stunden habe die Frau somit 15 Euro täglich erhalten. Entgeltfortzahlung für Feiertage und Arbeitsunfähigkeit erhielt sie nicht. Bezahlter Erholungsurlaub wurde nicht gewährt. Die Frau klagte und bekam Recht. Das Unternehmen kann noch Revision einlegen. (dpa)

Balkan-Töchter verkauft

Im zweiten Anlauf hat der Verkauf der Balkan-Töchter der einstigen österreichischen Staatsbank Hypo Alpe Adria (HGAA) geklappt. Die Banken gehen an den US-Fonds Advent und die Osteuropabank EBRD, teilte die Heta Asset Resolution als Nachfolgeinstitut der HGAA am Dienstag mit. Die Republik Österreich bekomme, abhängig von bestimmten Bedingungen, bis zu 200 Millionen Euro. Die Bankengruppe hat mehr als eine Million Kunden unter anderem in Kroatien und Serbien. Eine erste Frist zur Unterzeichnung des Vertrags an dieselben Bieter war zunächst ergebnislos verstrichen. Das Südosteuropa-Netzwerk war aus der maroden Staatsbank HGAA vor deren Umwandlung zur Bad Bank herausgelöst worden. (dpa)

Rettung für DeinBus.de

Ein Investor hat DeinBus.de gerettet. Ein branchenfremder Unternehmer aus Süddeutschland habe den Kaufvertrag zur Übernahme des überschuldeten Fernbus-Anbieters mit allen 25 Arbeitsplätzen unterschrieben, teilte DeinBus.de am Dienstag in Offenbach mit. Der Busbetrieb solle aufrechterhalten und im kommenden Jahr weiter ausgebaut werden. Rechtlich handele es sich um eine übertragene Sanierung des Betriebs auf eine neue Gesellschaft, die alte DeinBus.de GmbH werde abgewickelt, erläuterte Insolvenzverwalter Christian Feketija. Der Fernbus-Pionier, der gegen die Deutsche Bahn das Recht auf Fernbuslinien erklagt hatte, hatte wegen Überschuldung Insolvenz angemeldet. (dpa)
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