Wirtschaftsnotizen

Amazon gegen Verlage

Der Online-Händler Amazon legt sich erneut mit deutschen Verlagen an. Wie das Magazin "Der Spiegel" berichtete, habe die Amazon-Tochter Audible mehreren Hörbuchverlagen gekündigt und ihnen neue Konditionen vorgelegt. Kern der neuen Verträge ist die Zustimmung zu einem digitalen Flatrate-Modell. Wer nicht zustimme, dem drohe die Auslistung seiner Titel bei Audible, heißt es in den betroffenen Verlagen. Man erwäge nun eine Beschwerde beim Bundeskartellamt. Audible hat einen Anteil von geschätzt 90 Prozent auf dem Markt für Hörbuch-Downloads. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels hatte 2014 im Streit um die Konditionen für E-Books Beschwerde gegen Amazon beim Bundeskartellamt eingereicht. Die EU-Kommission ermittelt derzeit in der Sache. (KNA)

Werben um Verständnis

Der Vorsitzende der Lokführer-Gewerkschaft GDL, Claus Weselsky, hat einem Zeitungsbericht zufolge intern um Verständnis für seinen Kurs im Tarifkonflikt mit der Deutschen Bahn geworben. Dabei habe Weselsky auch die Ablehnung einer Schlichtung gerechtfertigt, berichtet die "Bild-Zeitung" unter Berufung auf ein Schreiben der GDL-Führung. Eine Lösung des Konflikts sei nur möglich, wenn die Bahn bereit

Claus Weselsky. Bild: dpa
sei, mehrere Tarifverträge zu akzeptieren. "Ein solcher Trumpf sticht nur im aktuellen ,Spiel' mit der Deutschen Bahn und danach nie wieder", heißt es demnach in dem Brief an die Mitglieder. Die Gewerkschaft will für alle Berufsgruppen des Zugpersonals eigene Tarifverträge erstreiten. Die Bahn peilt für die GDL und die Konkurrenzgewerkschaft EVG inhaltlich gleiche Vereinbarungen an. (dpa)

ZF: Zukauf abgeschlossen

Der Autozulieferer ZF hat den US-Anbieter TRW Automotive endgültig übernommen. Die kartellrechtlichen Freigaben lägen inzwischen vor, der Zukauf sei abgeschlossen, teilte das Unternehmen am Freitag in Friedrichshafen mit. ZF kauft den US-Zulieferer für umgerechnet rund 12,4 Milliarden US-Dollar. Um das Geschäft mit Getrieben für Windkraftanlagen zu stärken, übernimmt ZF das Großgetriebegeschäft von Bosch Rexroth mit rund 1200 Mitarbeitern. Allerdings müssen hier die Kartellbehörden dem Kauf noch zustimmen. (dpa)

RWE muss nachzahlen

Der von der Energiewende gebeutelte RWE-Konzern hat jetzt auch noch Ärger mit dem Fiskus. Nach einer Steuerprüfung für die Jahre 2004 bis 2008 muss das Unternehmen einen dreistelligen Millionenbetrag an Gewerbesteuer nachzahlen. Einen entsprechenden Bericht der "Rheinischen Post" (Donnerstag) bestätigte eine RWE-Sprecherin. Das Unternehmen zahle das Geld zunächst aus, habe gegen den Steuerbescheid aber Widerspruch eingelegt. Der Energieversorger bezifferte die genaue Summe nicht. Sie bewege sich im mittleren dreistelligen Millionenbereich, hieß es aus Unternehmenskreisen. (dpa)
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