Wirtschaftsnotizen

Streik und Steuerbescheid

Steuerbescheide des Finanzamts gelten meist drei Tage nach Abgabe bei der Post als zugestellt. Entscheidend ist das Datum des Poststempels. Ab dem darauffolgenden Tag läuft auch die Einspruchsfrist. Wichtig zu wissen: "Bei dem aktuellen Poststreik gilt die Dreitagesfrist für die Zustellung nicht mehr ohne weiteres", erklärt Uwe Rauhöft vom Neuen Verband der Lohnsteuerhilfevereine (NVL). "Die Einspruchsfrist beginnt erst mit dem Tag, an dem der Bescheid beim Steuerzahler angekommen ist." Wichtig ist, dass der Empfänger das Eingangsdatum des Bescheides vermerkt und in seinem Einspruch auf den Streik verweist. Wollen Steuerzahler Einspruch gegen ihren Bescheid einlegen, sollten sie die längeren Zustellzeiten einkalkulieren, rät Rauhöft. Ohne Streik gelten drei Tage Postlaufzeit als normal. Wer sichergehen wolle, dass der Brief das Amt rechtzeitig erreiche, könne einen Expressbrief, eine E-Mail oder ein Fax verschicken, sagt Rauhöft. (dpa)

Azubis dringend gesucht

Wenige Monate vor dem Beginn des neuen Lehrjahres zeichnet sich in Bayern wieder ein massiver Mangel an Auszubildenden ab. Allein in Oberbayern sind derzeit noch rund 13 000 Lehrstellen frei, nur 9000 Bewerber sind noch auf der Suche. "Die Betriebe wollen angesichts der guten Wirtschaftslage und des drohenden Fachkräftemangels eigenen Nachwuchs ausbilden, es fehlen aber immer häufiger die Bewerber", sagte Eberhard Sasse, Präsident der IHK für München und Oberbayern, am Montag in München. Zu den Gründen für den Mangel gehört neben dem demografischen Wandel auch der Trend zu Abitur und Studium. Um die Lücke zu schließen, forderte Sasse ein Bleiberecht von mindestens fünf Jahren für junge Asylbewerber, die eine Lehre absolvieren. Damit könnte ein Flüchtling eine dreijährige Ausbildung beginnen und anschließend mindestens zwei Jahre im Betrieb bleiben. (dpa)

Pfusch bei Schwarzarbeit

Wer einen Schwarzarbeiter beauftragt hat, kann bei Pfusch kein Geld zurück verlangen. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) in einem am Montag veröffentlichten Urteil entschieden. Damit scheiterte ein Privatmann, der für Dachausbauarbeiten schwarz 10 000 Euro bezahlt hatte. Wegen Mängeln forderte er von dem Handwerker 8300 Euro zurück und bekam beim Oberlandesgericht (OLG) Celle als Vorinstanz recht. Das OLG-Urteil hob der BGH auf und wies die Klage ab: Nicht nur der Vertrag, sondern auch die Bezahlung des Handwerkers verstießen gegen das Schwarzarbeits-Verbot, hieß es. Der Besteller könne daher kein Geld zurückverlangen. (dpa)

Colt: Insolvenzverfahren

Der US-Waffenhersteller Colt hat Konkurs angemeldet. Am Montag stellte das hoch verschuldete Unternehmen aus Hartford (Connecticut) Gläubigerschutz beim Insolvenzgericht in Delaware. Die mehr als 160 Jahre alte Firma teilte mit, den Geschäftsbetrieb aufrechterhalten und ohne Kündigungen mit dem aktuellen Führungsteam in die Restrukturierung gehen zu wollen. Colt hat die Rückendeckung des Hedgefonds Sciens Capital Management, der die Dachgesellschaft Colt Defense LLC kontrolliert. Der Finanzinvestor sicherte zu, bei einer Versteigerung der Insolvenzmasse als erster Bieter an den Start zu gehen. Der Waffenhersteller kämpft schon länger mit schlecht laufenden Geschäften und hatte 2013 einen Vertrag mit der US-Armee verloren. (dpa)
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