Wirtschaftsnotizen

Erneut Streiks bei Amazon

Die Gewerkschaft Verdi hat die Mitarbeiter des Internetversandhändlers Amazon zum Streik aufgerufen. Am frühen Montagmorgen legten Beschäftigte in Graben bei Augsburg nach Gewerkschaftsangaben ihre Arbeit nieder. Auch in den Niederlassungen im hessischen Bad Hersfeld, in Leipzig (Sachsen), Rheinberg und Werne (beide Nordrhein-Westfalen) sei gestreikt worden. In Leipzig sollte nach Verdi-Angaben bis Donnerstag, in Graben bis Samstag und an den anderen Standorten bis Mittwoch gestreikt werden. Nach Angaben einer Amazon-Sprecherin hätten die Streiks keine wesentlichen Folgen für die Belieferung der Kunden. Verdi will für die rund 10 000 Mitarbeiter des Versandhandelsriesen in Deutschland einen Tarifvertrag auf dem Niveau des Einzel- und Versandhandels durchsetzen. Der Internetversandhändler sieht sich aber als Logistiker. (dpa)

Staat geht leer aus

Das Bundeskartellamt kritisiert Gesetzeslücken bei der Bekämpfung von Wettbewerbsverstößen. Konzerne könnten durch geschickte Umstrukturierung ihrer Tochtergesellschaften Bußgelder umgehen, sagte Kartellamtschef Andreas Mundt. "Mehrere hundert Millionen Euro Bußgeld stehen deshalb im Feuer." Bei einem Kartellverfahren gegen Dachziegelhersteller seien auf diese Weise zum Beispiel 70 Millionen Euro Strafe gegenstandslos geworden. Die Umgehung der Bußen sei nicht nur ungerecht, sondern behindere auch den fairen Wettbewerb. Mundt fordert eine Änderung des deutschen Rechts nach EU-Vorbild, um diese Praxis unmöglich zu machen. (dpa)

"Kein Bundesadler"

In der Auseinandersetzung um den DFB-Adler bekommt der Deutsche Fußball-Bund Unterstützung aus der Bundesregierung. Innenminister Thomas de Maizière (CDU) hat auf Bitten des DFB schriftlich mitgeteilt, dass es sich bei dem Adler weder um den Bundesadler noch um dessen Nachahmung handele. Eine Ministeriumssprecherin bestätigte am Montag die Existenz von entsprechenden Schreiben. Der DFB und die Supermarktkette Real streiten um die Verwendung des Logos, das Fußballfans von den Trikots der deutschen Nationalelf kennen. Weil der DFB seine Markenrechte verletzt sieht, darf Real derzeit keine T-Shirts mit dem Adler-Logo verkaufen. Real argumentiert, der DFB-Adler gleiche dem Bundesadler, und staatliche Symbole dürften nicht geschützt werden. (dpa)
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