Wirtschaftsnotizen

ADAC: Vergabe nicht korrekt

Anderthalb Jahre nach dem Skandal um den Autopreis "Gelber Engel" erschüttert eine neue Affäre die ADAC-Spitze. Der am Mittwoch von allen Ämtern zurückgetretene ADAC-Vizepräsident und Schatzmeister sowie Regional-Chef in Westfalen, Klaus-Peter Reimer (62), soll millionenschwere Bauaufträge nicht korrekt vergeben haben. Reimer wollte sich dazu zunächst nicht äußern. Laut "Süddeutscher Zeitung" soll er Anfang 2014 ADAC-Aufträge für ein Wohn- und Geschäftshaus und ein Seniorenheim in seinem Heimatort Gelsenkirchen sowie in Hagen ohne Ausschreibung an einen Architekten vergeben haben. Reimer und der Architekt seien häufig gemeinsam bei Oldtimer-Rallyes mitgefahren. ADAC-Sprecherin Marion-Maxi Hartung bestätigte, es gehe um Bauvorhaben in einem Volumen von 15 Millionen Euro. (dpa)

Freiheitsstrafen für Banker

In einem der spektakulärsten Wirtschaftsprozesse der deutschen Justizgeschichte ist die gesamte frühere Führungsspitze des Bankhauses Sal. Oppenheim zu Freiheitsstrafen verurteilt worden. Ins Gefängnis soll allerdings nur einer der vier persönlich haftenden Ex-Gesellschafter. Der früher für das Risikomanagement zuständige Friedrich Carl Janssen (71) soll zwei Jahre und zehn Monate ins Gefängnis. Der Ex-Sprecher der Bank, Matthias Graf von Krockow (66), und der einst für das Investmentgeschäft zuständige Dieter Pfundt (62) erhielten eine Strafe von zwei Jahren. Christopher von Oppenheim (49) bekam ein Jahr und elf Monate. Alle wurden zur Bewährung ausgesetzt. Den damaligen Geschäftspartner Josef Esch verurteilte das Gericht wegen des "fahrlässigen unerlaubten Betreibens von Bankgeschäften" zu einer Geldstrafe von 495 000 Euro. Das Urteil - die Begründung dauerte mehr als acht Stunden - ist noch nicht rechtskräftig. (dpa)

Wella geht an Coty

Der Shampoo-Hersteller Wella sowie weitere Kosmetik-Marken des US-Konzerns Procter & Gamble werden zukünftig zum Unternehmen der Milliardärsfamilie Reimann gehören. Der Parfüm- und Kosmetikkonzern Coty, an dem die Reimanns die Mehrheit halten, wird für 12,5 Milliarden US-Dollar insgesamt 43 Pflege- und Duftmarken kaufen, wie Procter & Gamble am Donnerstag mitteilte. Der Konsumgüterriese verspricht sich aus diesem Geschäft einen Gewinn in Höhe von 5 bis 7 Milliarden Dollar. Davon sollen auch die P&G-Aktionäre etwas haben. In den nächsten vier Jahren will der Konzern bis zu 70 Milliarden Dollar hauptsächlich in Form von Dividenden und Aktienrückkäufen an die Anteilseigner ausschütten. Auch Schwarzkopf-Hersteller Henkel wurde in den Medien als potenzieller Bieter für Wella genannt. Ein Interesse hatten die Düsseldorfer aber nie bestätigt. (dpa)
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