Wirtschaftsnotizen

Paris hilft Bauern

Mit Hunderten Traktoren haben Bauern in Paris gegen die Krise der französischen Landwirtschaft demonstriert und staatliche Hilfe gefordert. Die Polizei zählte am Donnerstag nach Angaben einer Sprecherin zunächst 1365 Traktoren, der Bauernverband FNSEA sprach von mehr als 1700 Fahrzeugen auf den Straßen. Frankreichs Landwirte sehen sich wegen niedriger Preise und zu viel Bürokratie in ihrer Existenz be-

Auch in Frankreich sehen sich die Bauern in Not. Bild: AFP
droht. Die Regierung versprach den protestierenden Bauern mehr Unterstützung. Unter anderem sollen Sozialabgaben gesenkt und mehr Notkredite vergeben werden, wie Premierminister Manuel Valls am Donnerstag in Paris ankündigte. Außerdem sollen die Investitionshilfen von Staat, Regionen und EU in den kommenden drei Jahren auf 350 Millionen Euro jährlich angehoben werden. Verschuldete Landwirte können ein Jahr Zahlungsaufschub für ihre Bankkredite bekommen. Am Montag sprechen die EU-Agrarminister bei einem Krisentreffen in Brüssel über die Lage der Branche. Auch dort soll es wieder Proteste geben: Aus Deutschland wollen sich hunderte Milchbauern auf den Weg nach Brüssel machen. (dpa)

Transparente Lieferketten

Das Forum Fairer Handel fordert mehr Transparenz in internationalen Produktions- und Lieferketten. Der Geschäftsführer des Branchenverbands, Manuel Blendin, sagte am Donnerstag, viele wüssten beim Einkaufen nicht, woher bestimmte Waren kämen und unter welchen Bedingungen sie hergestellt worden seien. Unternehmen sollten neben finanziellen Jahresbilanzen auch Pflichtberichte über Umwelt- und Sozialstandards anfertigen. Im fairen Handel erhalten die Erzeuger in Entwicklungsländern stabile Preise, die ihre Existenz sichern, und langfristige Abnahmeverträge. Weltweit gaben die Verbraucher im Geschäftsjahr 2014 insgesamt 5,9 Milliarden Euro für Produkte mit Fairtrade-Siegel aus. Das sind zehn Prozent mehr als im Jahr davor. In Deutschland stieg der Absatz gar um 27 Prozent auf knapp 830 Millionen Euro. (epd)

Vonovia ersetzt Lanxess

Der Immobilienboom in Deutschland wird sich künftig auch im wichtigsten deutschen Börsen-Barometer Dax niederschlagen. Wie von Experten erwartet schaffte der Immobilienkonzern Vonovia, die frühere Deutsche Annington, den Aufstieg in das Standardwerte-Barometer. Im Gegenzug muss der Chemiekonzern Lanxess nach nur knapp drei Jahren seinen Dax-Platz räumen, teilte die Deutsche Börse am Donnerstagabend mit. Der Dax spiegelt die Entwicklung der 30 wichtigsten und umsatzstärksten börsennotierten deutschen Unternehmen wider. Auch in die Nebenwerte-Indizes M-Dax und S-Dax kam Bewegung. Im Tec-Dax gab es hingegen keine Neuerungen. Umgesetzt werden die Änderungen zum 21. September. (dpa)
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