Wirtschaftsnotizen

EU-Strafe für Milchbauern

Nach dem Auslaufen der EU-Milchquote werden deutsche Bauern noch einmal zur Kasse gebeten. Rund 309 Millionen Euro müssen die Landwirte für zu viel produzierte Milch zahlen, wurde dpa am Montag aus Regierungskreisen bestätigt. Zuvor hatte die "Neue Osnabrücker Zeitung" darüber berichtet. Zwar ließ die EU die 1984 eingeführte Produktionsbegrenzung (Milchquote) im Frühjahr auslaufen. Die nun fälligen Zahlungen beziehen sich aber auf das Jahr vor dem Stichtag, also auf den Zeitraum April 2014 bis Ende März 2015. In dieser Zeit hätten deutsche Landwirte nur 30,22 Millionen Tonnen Milch zur Lieferung an Molkereien erzeugen dürfen. Dieser Wert wurde allerdings um etwa um 1,11 Millionen Tonnen überschritten. Die für den Direktverkauf gesetzlich deutlich niedrigere Obergrenze wurde indes nicht erreicht. (dpa)

Fortschritte bei Sanierung

Die Sanierungsbemühungen beim angeschlagenen Warenhauskonzern Karstadt zeigen einem Medienbericht zufolge erste Erfolge. Zwar sei der Umsatz des Essener Konzerns im Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr 2014/2015 noch einmal um

Karstadt-Chef Stephan Fanderl. Archivbild: dpa
2,7 Prozent auf rund 2,15 Milliarden Euro geschrumpft, berichtete die "Süddeutsche Zeitung". Doch sei es Karstadt-Chef Stephan Fanderl gelungen, den Nettoverlust von 190 Millionen Euro im Vorjahr auf einen Betrag "zwischen 60 und 70 Millionen Euro" zu reduzieren. Das Unternehmen wollte den Bericht nicht kommentieren. Fanderl hatte bereits vor einigen Wochen betont, die Sanierung laufe unter dem neuen Eigentümer René Benko sehr schnell und mit ambitionierten Zielen ab. (dpa)

Höhere Einnahmen

Die IG Metall geht mit einer prall gefüllten Streikkasse in die Tarifrunde im Frühjahr. In diesem Jahr werden die Beitragseinnahmen steigen und zwar auf 532 Millionen Euro, teilte Hauptkassierer Jürgen Kerner am Montag beim Gewerkschaftstag in Frankfurt mit. Wie in den Vorjahren sollen 15 Prozent in die Rücklagen fließen. Große Ausgabenposten waren im vergangenen Jahr der Rechtsschutz (98 Millionen Euro) sowie die Bildung der Funktionäre und Mitglieder (108 Millionen Euro). An Streikgeld musste die IG Metall hingegen nur 1,9 Millionen Euro ausschütten. Zum genauen Stand der Streikkasse machte Kerner keine Angaben. Auch zu dem auf mehrere Milliarden Euro geschätzten Vermögen der größten Einzelgewerkschaft der Welt sagte er nichts. (dpa)

Korrektur

Im Artikel "Tesla geht auf ,Autopilot'" in unserer Ausgabe vom 16. Oktober heißt es, beim Autobauer Tesla koste ein Software-Update für die Autopilot-Funktion 2500 Dollar. Am Montag hat die dpa ihre Angaben korrigiert. 2500 Dollar betragen für Tesla die Kosten für die verbauten Bauteile. Das Software-Update ist für Autobesitzer kostenlos. (nt/az)
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