Wirtschaftsnotizen

Vorübergehend in Vorstand

Wegen einer voraussichtlich langwierigen Viruserkrankung des Alleinvorstands Stefan Greiffenberger hat der Aufsichtsrat der Greiffenberger AG am Dienstag Marco von Maltzan für einen Zeitraum von bis zu drei Monaten in den Vorstand delegiert. Das langjährige Aufsichtsratsmitglied nimmt bis zur Genesung von Greiffenberger beim Unternehmen mit Sitz in Marktredwitz die Aufgaben des Alleinvorstands wahr. Im engen Schulterschluss mit den operativ weitgehend eigenständig agierenden Geschäftsführern der drei Teilkonzerne und dem Aufsichtsrat wird er die Leitung der Gruppe fortführen. Der 60-Jährige gehört seit 2008 dem Aufsichtsrat an und verfügt über umfassende Erfahrung nicht zuletzt aus seiner Zeit als CEO des damals im MDAX gelisteten Automobilzulieferers Beru AG. Für die Zeitspanne der Delegierung besteht der Aufsichtsrat der Greiffenberger AG aus fünf Mitgliedern. (nt/az)

Konto für alle

Banken sollen künftig niemanden mehr abweisen dürfen, der bei ihnen ein einfaches Girokonto auf Guthabenbasis eröffnen will. Von einem entsprechenden Gesetzesvorhaben, das das Bundeskabinett heute beschließen will, profitieren vor allem Obdachlose sowie Asylbewerber und Ausländer, die mit einer Duldung in Deutschland leben. Sie waren bisher häufig als Kunden abgelehnt worden. Einzige Voraussetzung für die Einrichtung des sogenannten Basiskontos ist, dass sie sich legal in der EU aufhalten. Der Inhaber des Basiskontos erhält eine Bankkarte und darf Geld überweisen. Er kann aber nicht sein Konto überziehen. In Deutschland sind nach früheren Schätzungen etwa 670 000 Menschen ohne Konto, also knapp ein Prozent der Verbraucher. Nach dem großen Flüchtlingsandrang ist davon auszugehen, dass die Zahl der "Kontolosen" auf über eine Million angewachsen ist. (dpa)

Köln verbannt Fernbusse

Als erste Großstadt in Deutschland vertreibt Köln Fernbusunternehmen aus der Innenstadt. Ab diesem Mittwoch müssen Nutzer von Fernbussen am Flughafen Köln/Bonn aussteigen und von dort mit öffentlichen Verkehrsmitteln und einer Fahrzeit von rund 15 Minuten in die City fahren. Während der Marktführer MeinFernbus Flixbus die Domstadt vorerst ganz aus seinem Fahrplan streicht und in Leverkusen Station macht, verlegen andere wie Postbus, Dein Bus oder Megabus ihre Haltepunkte, wie von der Stadt angeboten, an den Airport. Die Stadt hatte vor einigen Wochen beschlossen, wegen der angespannten Verkehrssituation um den Hauptbahnhof und eines erhöhten Unfallrisikos die Busstation an den Flughafen zu verlegen. Tatsächlich gilt der Rauswurf der Fernbusse aus der Innenstadt als ein Novum. Der Betreiber von MeinFernbus Flixbus kündigte an, weiter juristisch gegen den Beschluss der Stadt vorzugehen. (dpa)
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