Zahlenspiele um die Windkraft

Zur Diskussion um den geplanten Windpark Pamsendorf schreibt ein Leser:

Es ist doch verwunderlich, zu welchen Vergleichen die Windkraft herhalten muss. Jüngste Leserbriefe diskutierten die Waldrodung am Windpark Pamsendorf: Rund 2,6 Hektar werden aktuell zur Errichtung der Standflächen und Zuwegung von insgesamt fünf Windkraftanlagen gerodet. Von Opferung und Waldfrevel ist hier die Rede.

Ich möchte hier auch einen Vergleich aus der Nachbarschaft ziehen: Im nicht weit entfernten Moosbach wurde 2010 das Gewerbegebiet "Hammermühle" geschaffen. Mehr als 6 Hektar Wald sind hier gerodet und versiegelt. Grund: Die Firma Reindl (Sägewerk) wollte neben Lagerhallen ein Logistik- und Versandzentrum errichten (Arbeitsplätze!). Dazu kam es nie, die Firma ging insolvent, das Gewerbegebiet liegt brach. Die Gemeinde bemüht sich seitdem vergeblich, Firmen anzulocken. Obwohl hier die dreifache Fläche wie in Pamsendorf völlig nutzlos gerodet und versiegelt wurde, blieb bisher ein Aufschrei aus.

In einem anderen Leserbrief wurde geschildert, dass der gerodete Wald in Pamsendorf in 20 Jahren rund 560 Tonnen CO2 gebunden hätte. Der Wert ist korrekt, allerdings wird nicht bedacht, dass die fünf Anlagen mit einem Nettostromertrag über 30 000 MWh jährlich, bei einer Minimallaufzeit von 20 Jahren, insgesamt rund 450 000 Tonnen CO2 einsparen. Grundlage der Berechnung ist der vom Bundesumweltamt herausgegebene Bericht "Emissionen erneuerbarer Energieträger".

Was in jeder dieser Diskussionen fehlt, ist ein konstruktiver Alternativvorschlag oder eben ein klares Bekenntnis gegen die Energiewende und zur Rückkehr in die konventionelle Stromversorgung mit Kohle- und Atomstrom. Das Beste aus allen Welten zu bekommen, ist allerdings unmöglich.

Manfred Striegl,92714 Pleystein/Lohma
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