Zehn Jahre Metropolregion Nürnberg: Beim Wissenschaftstag in Hof auch nachdenkliche Töne - 3,8 ...
Festliche Stimmung und einige offene Wünsche

Die Hauptakteure des Wissenschaftstags der Metropolregion mit dem Ratsvorsitzenden Armin Kroder (Fünfter von links) sowie dessen zweiter Stellvertreter, Bürgermeister Franz Stahl aus Tirschenreuth (Dritter von links). Bild: sbü
Hof. (sbü) Die Metropolregion Nürnberg wird zehn Jahre alt. Zum Geburtstag gab es einen Festakt in Erlangen und jetzt fand in Hof der Wissenschaftstag statt. Den Vorträgen von Wissenschaftlern folgte dort ein großes Sommerfest mit Finanzminister Markus Söder. Die festliche Stimmung wäre noch größer gewesen, gäbe es nicht einige Wünsche aus der Leitung der Metropolregion.

Es war ein Großereignis. Über 800 Teilnehmer waren zum 9. Wissenschaftstag der Metropolregion Nürnberg gekommen. Armin Kroder, Ratsvorsitzender der Metropolregion und Landrat des Landkreises Nürnberger Land, begrüßte die Gäste. "In unserer Region leben 3,6 Millionen Bürger und das hier erwirtschaftete Bruttoinlandsprodukt beträgt über 100 Milliarden Euro. Unser Gebiet reicht von Sonneberg im Norden bis nach Treuchtlingen im Süden."

Austritt von Würzburg

Dann folgte der erste Wermutstropfen in seiner Ansprache: "Schön wäre es, wenn Würzburg wieder dabei wäre," sagte der oberste Vertreter der Metropolregion. Vor fünf Jahren war die Stadt Würzburg aus dem kommunalen Verbund wieder ausgetreten. Und einen weiteren Vorschlag richtete Kroder an seine Zuhörer: "Wir sollten alle an der Imagekampagne für die Metropolregion arbeiten." Kroder begründete dies damit, dass nach einer Umfrage 96 Prozent der Einwohner mit ihrer Stadt oder ihrer Region zufrieden seien. "In der Sicht von außen wird uns jedoch vieles nicht zugetraut", sagte Kroder.

BMW kommt nach Hof

Auch Harald Fichtner, Oberbürgermeister von Hof, griff diese Thematik auf: "Wir an der (geografischen) Spitze müssen die Begeisterung für die Metropolregion bringen." Fichtner wartete mit einer positiven Nachricht für seine Stadt auf: "BMW wird ab September in der Stadt Hof tätig werden." Nähere Erläuterungen gab er allerdings nicht. Das Signal für Optimismus und Aufbruchstimmung unter den Tagungsteilnehmern war gegeben.

Vor allem im Hauptreferat des Nachmittags von Wolfgang Streitenberger, "Berater des Generaldirektors für Regionalpolitik und Stadtentwicklung der Europäischen Kommission", spiegelte sich die chancenreiche Zukunft aufgrund der Europäischen Regionalpolitik für Forschung und Entwicklung. 3,8 Milliarden Euro an EU-Fördermittel für Forschung und Entwicklung stünden allein für Deutschland bis 2020 zu Verfügung. Die EU setze dabei auf eine enge Zusammenarbeit zwischen der Wirtschaft und den Hochschulen und Universitäten. "Wir wollen den Technologietransfer für Klein- und Mittelbetriebe intensivieren," sagte Streitenberger. Der Referent leitete über zum zentralen Thema "Wissenstransfer, regional - national - international". In vier Fachebenen wurde dieses Motto vertieft. In allen Panels spielte der Begriff "Vernetzung" eine große Rolle, zum Beispiel bei "demografischer Wandel" mit Vorschlägen zur Vernetzung von Verwaltungen und für gemeinsame Dienstleistungszentren. Digitalisierung in Gesundheit und Pflege könne zur Verbesserung der Versorgung im ländlichen Raum führen.

Breiten Raum nahm am Wissenschaftstag auch das Land Indien ein. So gab es ein stimmungsvolles Eröffnungszeremonie mit fernöstlicher Musik und Lichterglanz. Und ein spezielles Panel beschäftigte sich ausschließlich mit Projekten und Einrichtungen der Metropolregion mit Indien.
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