Zehntel Kaufkraft aus Böhmen
Hintergrund

Tirschenreuth. (jrh) Die Kaufkraft für den Einzelhandel in der Oberpfalz liegt bei 6,7 Milliarden Euro - dagegen machen sich knapp 100 Millionen Euro, die tschechische Kunden ausgeben, bescheiden aus. Mit Fokus auf die einzelhandelsrelevante Kaufkraft ergibt sich ein anderes Bild:

Stadt Tirschenreuth: 55,9 Millionen Euro

Stadt Waldsassen: 40,2 Millionen Euro

"11,5 Millionen Euro Umsatz im Landkreis, die sich auf die beiden Städte verteilen, stellen einen Kaufkraftzufluss im Einzelhandel von über 10 Prozent dar", sagt IHK-Handelsreferent Matthias Segerer. "Mit Luft nach oben."

Tschechische Achse der Nordoberpfalz

Tirschenreuth. (jrh) "Befragungen und Expertengespräche haben gezeigt, warum die tschechischen Nachbarn das Oberpfälzer Einkaufs- und Freizeitangebot schätzen", erklärt Matthias Segerer. "Gleichzeitig haben sie Verbesserungspotenzial verdeutlicht." Der IHK-Handelsreferent rät zu kooperativen Marketing-Formen und einer Willkommenskultur auch auf regionaler Ebene. Die Kommunalpolitiker reagieren: Mit Unterstützung von Landrat Wolfgang Lippert laden Manfred Dietrich, Wirtschaftsförderer des Landkreises, die Bürgermeister Bernd Sommer (Waldsassen), Franz Stahl (Tirschenreuth) und Josef Schmidkonz (Mähring) zum Workshop. "Wir sollten auch Aldi und Rossmann miteinbeziehen", plädiert Sommer für eine großen Schulterschluss."

Kurz notiert Online-Handel steigt rasant

Regensburg. (bdl) Der Online-Handel verändert die Struktur des Einzelhandels erheblich. In manchen Branchen wird E-Commerce bis 2018 einen Marktanteil von bis zu 50 Prozent haben. Das ergeben aktuelle Zahlen einer Studie, die das Marktforschungsinstitut Ibi Research an der Uni Regensburg erstellte. Eine Ausweitung des Online-Handels sei an sich nicht schlecht, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Jürgen Helmes. Die Veränderungen brächten jedoch den stationären Handel in Bedrängnis, "er muss sich positionieren".

Noch sei der Umsatz der Läden vor Ort um den Faktor 13 größer als der Online-Handel, meinte Ernst Stahl, Leiter der Studie. "Ein Online-Anteil im Einzelhandel von bis zu 15 Prozent im Jahr 2018 scheint möglich." Wenn man den Lebensmittelsektor herausrechne, könnten es bis zu 25 Prozent sein. Branchen mit einem großen Online-Anteil sind Bücher, Bild- und Tonträger mit fast 50 Prozent. Der Anteil der unter 30-Jährigen, die in Läden einkaufen, liegt bei nur 23 Prozent. Diese Altersklasse gehört zu mehr als der Hälfte zu "selektiven Online-Shoppern", die gern im Internet kaufen und lieber im Laden aussuchen. Ein Fünftel von ihnen kauft fast nur im Internet. Hauptsächlich, weil sie nicht an Öffnungszeiten gebunden sind, Zeit sparen, Preise besser vergleichen können und weil die Preise günstiger sind. "Es werden viele Läden zumachen, wenn sie an ihrer Vertriebsstruktur nicht etwas ändern." Es sei wichtig, im Internet "sichtbar" zu sein, sagte Stahl. Online-Komfort müsse der stationäre Handel ebenfalls bieten. Die Stärken des Geschäftes vor Ort seien, nicht reiner Produktanbieter zu sein, sondern auch Problemlöser.
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