Zeichen der Hoffnung

Die deutsche Wirtschaft schwächelt, aber sie schrumpft nicht. Die Chemie-Industrie erwartet 2015 ein kleines Plus. Auch die Stimmung im Mittelstand hellt sich wieder etwas auf. Allerdings werden die Mittelständler wohl weniger neue Jobs schaffen als 2014.

Nach dem schwachen Sommer scheint sich die Konjunktur in Deutschland allmählich zu stabilisieren. Ein kräftiger Aufschwung dürfte 2015 jedoch auch wegen der Krisen in aller Welt und der nur zögerlichen Entwicklung im Euro-Raum ausbleiben. So rechnet die deutsche Chemie-Industrie zwar auch für das kommende Jahr mit einem Wachstum. Dies werde mit einem Umsatzplus von rund 1,5 Prozent aber verhalten ausfallen, berichtete der Verband der Chemischen Industrie (VCI) am Montag in Frankfurt. Weil der Umsatz 2014 dank des starken Schlussquartals ebenfalls um 1,5 Prozent auf den Höchstwert von 193,6 Milliarden Euro kletterte, würde die Branche 2015 dann den sechsten Erlösrekord in Folge erzielen.

Erstmals seit neun Monaten blicken auch die deutschen Mittelständler wieder etwas optimistischer in die Zukunft. Das teilte die KFW-Bankengruppe bei der Vorlage des Mittelstandsbarometers mit. Die besseren Geschäftserwartungen zeigten, dass die Firmen im Frühjahr mit einer etwas lebhafteren Nachfrage rechneten als zurzeit. Voraussetzung sei, "dass es auch in der Euro-Zone konjunkturell zumindest ein wenig aufwärtsgeht und dass sich das Verhältnis zu Russland stabilisiert", wurde weiter mitgeteilt.

100 000 zusätzliche Stellen

Allerdings werden die mittelständischen Unternehmen 2015 nach Einschätzung des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) deutlich weniger neue Jobs schaffen als in den Vorjahren. Man rechne mit rund 100 000 zusätzlichen Arbeitsplätzen im Mittelstand, sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben der "Welt". Zuletzt seien es jedoch "immer mindestens 200 000" gewesen. Als Grund hätten viele kleinere und mittelgroße Betriebe wachsende Unsicherheiten wegen der internationalen Krisen oder der heimischen Wirtschaftspolitik genannt. Der Ukraine-Konflikt dürfte die Exporte nach Russland laut DIHK um bis zu ein Fünftel verringern. In der Euro-Zone hinterlasse zudem die schwache Entwicklung in Frankreich und Italien Spuren. Auch mit Blick auf die Lage in Deutschland würden die Unternehmen bei Neueinstellungen vorsichtiger, sagte Wansleben: "Zu den beschlossenen Belastungen aus dem Koalitionsvertrag wie gesetzlicher Mindestlohn und Rentenpaket kommt die Sorge um eine Verschärfung der Erbschaftsteuer."
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