Zetsche: "Wir feuern weiter aus allen Rohren"

Daimler-Chef Dieter Zetsche hat die Konkurrenten BMW und Audi fest im Blick. Bis 2020 will er sie in der Ertragskraft übertreffen. Dafür soll das laufende Effizienzprogramm ausgebaut werden. Bild: dpa

Neue Modelle und ein strikter Sparkurs bescheren Daimler Erfolge. Die Mitarbeiter bekommen daher eine Rekordprämie. Künftig will der Autobauer weiter voraneilen - auch dank weiterer Kostensenkungen.

Der Autobauer Daimler steckt sich nach guten Ergebnissen im vergangenen Jahr hohe Ziele für 2015 und setzt dazu weiter den Rotstift an. Absatz, Umsatz und Ergebnis im Kerngeschäft sollen "deutlich" gesteigert werden. Bei der Ertragskraft wolle Daimler "ein Niveau erreichen, das es in diesem Unternehmen bisher nicht gab", kündigte Vorstandschef Dieter Zetsche am Donnerstag in Stuttgart an. Die Schwaben wollen ihre Rivalen BMW und Audi bis 2020 überholt haben.

Erfolgsbeteiligung

Die Mitarbeiter bekommen den Erfolg bereits jetzt schon im Geldbeutel zu spüren: Sie erhalten mit 4350 Euro eine so hohe Ergebnisbeteiligung wie nie zuvor. Zugleich müssen sie sich aber auf weitere Sparmaßnahmen gefasst machen: Um die Profitabilität zu erhöhen, will Daimler ein bereits laufendes milliardenschweres Effizienzprogramm ausbauen. Details gab Zetsche aber nicht preis.

Ursprünglich wollte Daimler bis Ende 2014 insgesamt rund 4 Milliarden Euro sparen. Rund zwei Milliarden Euro kommen dabei aus dem Programm "Fit for Leadership" in der Autosparte. Zetsche zufolge soll dieses Programm erweitert werden. Zuletzt hatte Daimler in der Autosparte eine Umsatzrendite - die das Verhältnis aus dem operativen Gewinn und den Erlösen beschreibt - von 8 Prozent erreicht. Die Konkurrenz aus Bayern kam jedoch zuletzt bereits auf Werte um 10 Prozent.

2014 war Daimlers Ergebnis vor Steuern und Zinsen mit 10,8 Milliarden Euro nahezu konstant geblieben. Rechnet man Zu- und Verkäufe von Beteiligungen heraus, legte es um 27 Prozent auf 10,1 Milliarden Euro zu. Der Umsatz verbesserte sich 2014 um 10 Prozent auf rund 130 Milliarden Euro. Der Gewinn sank unter dem Strich auf 7,3 Milliarden Euro - im vergangenen Jahr allerdings hatte der Verkauf der Anteile am Luft- und Raumfahrtkonzern EADS Milliarden in die Kasse der Schwaben gespült. Zetsche stellte den Aktionären eine Dividende in Rekordhöhe von 2,45 Euro in Aussicht. Einen Schub erwartet Daimler zudem von zahlreichen neuen Modellen. "Wir feuern weiter aus allen Rohren", kündigte er an.

Ausbau der Produktion

Ein wichtiger Schlüsselmarkt ist China. Um voranzukommen, werde Daimler die lokale Produktion "massiv" ausbauen, kündigte Zetsche an. "Zwei Drittel der verkauften Autos werden in den nächsten Jahren auch in China gefertigt." Der Umbau seines deutschen Niederlassungsnetzes kommt Daimler teuer zu stehen. Für 2015 und 2016 rechnet der Autobauer mit Kosten von insgesamt einer halben Milliarde Euro, wie aus am Donnerstag veröffentlichten Unterlagen zu Daimlers Jahreszahlen hervorgeht. Hintergrund ist die Neuordnung des Vertriebs, in dessen Zuge zahlreiche Autohäuser und Werkstätten konzerneigener Niederlassungen verkauft werden sollen.
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