ZF Auerbach: Familientag anlässlich 100. Geburtstag
Für die Zukunft gut gerüstet

Das Gaming-Board MX 6.0 ist der Renner der Zukunft im Bereich Tastaturen bei ZF und trägt immer noch das Logo Cherry. Eifrig genutzt wurde beim Familientag die Demoversion. Bilder: swt (2)

Aktuell gibt es keinen europäischen Autohersteller, der nicht einen Schalter oder eine Steuerung aus Auerbach in seinem Wagen verbaut. Eine stolze Bilanz, die die 4300 Besucher am Samstag beim Blick hinter die Kulissen von ZF Auerbach mit nach Hause nahmen.

(swt) Anlässlich des 100. Geburtstages des Mutterkonzerns hatte die Niederlassung in der Bergstadt zu einem Familientag eingeladen. Ein voller Erfolg, wie die begeisterten Gäste bestätigten. So konnten die Kinder endlich einmal sehen, wo Mama oder Papa arbeiten.

Marktlücke im Gaming-Bereich

2008 war die frühere Firma Cherry von ZF Friedrichshafen übernommen worden, ein Glücksfall für Mitarbeiter und den Standort Auerbach. Im Bereich Tastaturen, die immer noch das Kirsch-Logo tragen, entwickelt sich derzeit ein neuer Run, wie Pressesprecher Michael Lautenschlager erklärte. Geht man bei den herkömmlichen Laptops oder Tablets hin zu möglichst flachen oder glatten Tastaturen, erlebt die frühere Bauart mit hohen Tasten und breitem Unterbau eine Renaissance. Im Gaming-Bereich hat man eine Marktlücke entdeckt, mit dem Cherry MX Board 6.0 werden derzeit vor allem in Asien die Konsolen-Spieler beliefert. Weg von Joystick hin zur Tastatur, weil die Reaktionsschnelligkeit enorm verbessert ist. Auch auf dem europäischen Markt nutzen immer mehr Gamefans das Board.

Funkmodul als weiteres Highlight

Ein weiteres Highlight in Auerbach ist das energieautarke Funkmodul, mit dem etwa Lichtquellen ohne Stromzufuhr über Kabel, sondern über Funk gesteuert werden können. Etwa zwölf Prozent des Produktionsvolumens liegt bei den Tastaturen, 75 Prozent liegen im Automotive-Bereich. Getriebesteuerungen gleich mit dem gesamten Getriebe bietet ZF an, die Steuerungen werden in Auerbach gefertigt, die Getriebe in Schweinfurt.

Porsche und Jaguar

Bei den Führungen in der Produktion von Steuerungen schilderte Leiter Heribert Hammerl eindrucksvoll, dass in Produktionsmodulen bis zu 1 Million Steuerungen gebaut werden, die etwa in den Automatikgetrieben von Porsche Panamera oder einem Jaguar Verwendung finden. Steuerungen werden aber auch für Windkraftanlagen oder Nutzfahrzeuge gefertigt. Winzige Mikroschalter werden in Auerbach seit jeher gefertigt, mittlerweile sind es täglich bis zu 700 000. Größtenteils übernehmen dies Automaten, die rund um die Uhr arbeiten, im Dreischichtbetrieb von je zwölf Mitarbeitern geführt.

1300 Beschäftigte

Großen Wert legt die Firma auch auf die Ausbildung, so dürfen die Azubis bereits eigene Ideen kreieren, werden angehalten, die Entwicklung bis zum Endprodukt durchzuspielen. Dabei entstehen so interessante Werke wie eine Wortuhr. Rund 1300 Beschäftigte stehen derzeit bei ZF Auerbach in Lohn und Brot, 170 in Bayreuth und 30 in Regensburg.

Die Angehörigen durften unter anderem in einem Multivisionszelt einen Blick in die Vergangenheit und in die Zukunft werfen oder einen Fahrsimulator nutzen. Die kleinsten Gäste konnten sich beim Kinderschminken, in der Hüpfburg oder beim Theater austoben. Wichtigste Aussage des Tages: "Der Standort Auerbach ist gerüstet für die Zukunft und gesichert".
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